Kopfstücke

Genug ist genug

Ich weiß schon, dass mit diesem Satz die letztjährige Nationalratswahl eingeläutet wurde. „Genug“ heißt aber auch ein Buch, das mir beim Aufräumen meines Buchbestandes wieder einmal in die Hände gefallen ist. Bei Büchern bin ich ja verführbar wie ein Bär beim Anblick und beim Geruch von Honig. Da kann ich beinahe nicht nein sagen. Aber ausgerechnet ein Buch, das mir sagt, wie ich der Welt des Überflusses entkommen kann? Also auch dem der Bücher? Meiner Bücher?

Ich habe hineingeblättert und bin an vielen Stellen hängen geblieben. Zum Beispiel beim Thema Essen. In kleineren Restaurants essen wir nämlich weniger, als in großen Essketten. Untersuchungen an Kindern haben das gezeigt. Essenszeiten mit der Familie einhalten helfen Jugendlichen, die sich mittels Kalorienzufuhr Tröstung verschaffen, weniger zu essen. Oder ganz simpel. In Gesellschaft, mit kleinerem Geschirr und Besteck essen wir automatisch weniger. Aber auch beim Thema „Genug Auswahl“ bin ich hängen geblieben. Sollten Sie sich beim Kauf eines neuen Kleidungsstückes nicht zwischen zwei entscheiden können, werfen Sie eine Münze. Sind Sie über das Ergebnis enttäuscht, dann entscheiden Sie sich für das andere. Machen Sie ruhig auch den Sechs-Monate-Test. Fragen Sie sich, ob Sie mit dem heutigen Wunscheinkauf auch in sechs Monaten noch einverstanden sind. Lassen Sie sich nicht von Sonderangeboten verführen. Etwas, das Sie nicht brauchen, ist auch mit einem hohen Rabatt noch zu teuer.

Wem es nicht nur darum geht, den Überfluss in den eigenen vier Wänden zu reduzieren, sondern ganz einfach einen engen finanziellen Spielraum hat, dem können auch die folgenden Überlegungen helfen, die Frage „Wieviel ist genug?“ zu beantworten. Senken Sie Ihre Fixkosten. Führen Sie ein Haushaltsbuch – das ist die beste Einsparhilfe. Navigieren Sie sich mit vier Kuverts finanziell gut durch den Monat – in jedes Kuvert kommt das Geld, das Sie pro Woche ausgeben können.

Und im Übrigen haben Sie Recht: Nächste Woche verrate ich Ihnen mehr.


In „Kopfstücke“ hat der
Gastkommentator Peter Kopf Raum
für seine persönliche Meinung.
Diese muss nicht mit der der
Redaktion übereinstimmen.