Zwerg Nano

„Wovon ich reden möchte“, sagte Richard P. Feynman 1959 am California Institut of Technology (Caltech) „ist die Manipulation und Steuerung von Dingen im winzigen Bereich.“ Der Titel seines Vortrags lautete „Viel Spielraum nach unten. Eine Einladung in ein neues Gebiet der Physik“ (siehe: Kultur & Technik 1/2000) Er sprach von Elektromotoren, die so groß sind wie der Nagel eines Fingers oder von einem Gerät, „mit dem man das Vaterunser auf einen Stecknadelkopf“ schreiben kann.

„Doch das ist noch gar nichts, das ist höchstens der primitivste, zögerliche Schritt, in die Richtung, die ich hier verfolgen will. Eine atemberaubende, noch viel kleinere Welt kommt darunter zum Vorschein!“ Und er fragte: „Warum können wir nicht die gesamten 24 Bände der Encyclopædia Britannica auf einen Stecknadelkopf schreiben. Man muss einfach die Schriftgröße 25.000 Mal verkleinern. Er beschreibt weiter, wie das und noch viel mehr möglich werden kann, wenn die unglaubliche Welt, die sich unter dem Elektronenmikroskop entdecken lässt, bearbeitet wird. Albert R. Hibbs, einer seiner Freunde, schlägt dabei in humorvoller Geste eine Möglichkeit für sehr kleine Maschinen vor.

Für die Chirurgie wäre beispielsweise interessant, „wenn man den Chirurgen sozusagen verschlucken könnte“. Man setzt den mechanischen Chirurgen ins Blutgefäß, „er geht ins Herz hinein und sieht sich dort um, stellt fest welche Herzklappe fehlerhaft ist, schneidet sie heraus und ersetzt sie“. Das geschähe alles im nahezu unendlich kleinen Nanobereich ohne den Körper aufschneiden zu müssen. Und tatsächlich regt diese Vorstellung Visionen an. Eine heutige „blutige“ Operation erscheint plötzlich total veraltet.

„Nanos“ heißt griechisch Zwerg und der ist 0,000.000.001 Meter (1nm) klein. Feynmans ebenso humorvolle wie geniale Visionen skizzierten 1959 eine neue Zukunft durch den Bau von Nanomaschinen. Er starb 1988 und war ein US-amerikanischer Physiker und Nobelpreisträger des Jahres 1965. Seine unkonventionelle und nonkonformistische Art zeigte sich auch in seinen autobiographisch geprägten Büchern wie z.B. „Sie belieben wohl zu scherzen, Mr. Feynman.“ Er gilt als einer der größten und originellsten Physiker des 20. Jahrhunderts. Für manche einfältige Vir-Regierende wäre Feynmann heute wohl ein Verschwörungstheoretiker.

Jedoch: „Manipulation und Steuerung von Dingen im winzigen Bereich“ ist längst möglich und findet statt. Wenn heute mitdenkende BürgerInnen von ratlosen XundheitspolitikerInnen im Verein mit gleichgeschalteten Medien als „Verschwörungstheoretiker“ bezeichnet werden, wird auf autoritärem Weg Aufklärung verhindert. Ein Beispiel: Der Innenminister von NRW, Jürgen Mathies, bezeichnete kürzlich auf Phönix Social Media als „Dunkelkammer einer terroristischen Radikalisierungsmaschine“. Geht’s noch?

In „Neues vom Zanzenberg“ gibt W&W dem Gastkommentator Ulrich Gabriel Raum, seine persönliche Meinung zu äußern. Sie muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen. Blog unter:
www.zanzenberg.blogs.tele.net

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