Hochwasseralarm am Rhein?

Laut VN-Bericht vom 5. Oktober „brach“ der innere Rheindamm und überflutete das Rheinvorland im Bereich der Brückenbaustelle bei Fußach. Fakt ist, dass am 1. Oktober und 2. Oktober im Auftrag der Bauleitung durch eine Lauteracher Sub-Bagger-Firma bei niederem Wasserstand des Mittelgerinnes der westliche Mitteldamm bis fast auf den Wasserspiegel auf rund zehn Meter Länge abgetragen wurde. Freitag, 2. Oktober: Nachmittags gab es starke Niederschläge in Graubünden (Schweiz), die den Rheinpegel deutlich ansteigen ließen. Samstag, 3. Oktober: Riesige Wassermassen bahnen sich den Weg durch das nun offene Teilstück und überfluten die Baugruben, das Rheinvorland und die neu geschüttete Baustraße. Bis Sonntag war dann der Mitteldamm auf eine Länge von rund 100 Meter weggespült. Die Folge ist sicher eine Bauverzögerung und mehr Kosten. Hat das Landeswasserbauamt und die Rheinbauleitung (IRR) den ausführenden Firmen, Bauleitung-Arge, über die oft schnell ansteigenden Pegelstände informiert und die eventuellen Schwächungen der Dämme, im Baustellenbereich regelmäßig kontrolliert? Durch die Pensionierung des ehemaligen Rheinbauleiter DI Uwe Bergmeister ist das Wissen über die Gefahren des Rheins bestimmt mit in Pension gegangen. In Zukunft noch mehr Digitalisierung – Industrie 4.0 und der Hausverstand bleibt auf der Strecke.

 Heinz Jakoubek, Wolfurt

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