„Astrolügen“

Lockdown pur, Schulen zu, Bildungslücken auf. Aber der ORF weiß Rat, er hat ja als Öffentlich-Rechtlicher einen Bildungsauftrag zu erfüllen. Er schickt seine agilste Bildungsbeauftragte ins Rennen, um den Bildungsnotstand der coronageschädigten Alpenrepublikaner zu lindern. Mit der „Astrolügen-Expertin“ Gerda Rogers in unermüdlichem Dauereinsatz von früh bis nachts durch alle Kanäle ist ihm wahrlich ein Volltreffer gelungen. Auch beim ORF müsste man wissen, dass man mit Astrologennonsens keine unterbelichteten Köpfe, sondern nur die eigene Geldbörse füllt. (Sterne sind wirkungslos auf menschliche Eigenschaften und Handlungen, Sternbilder existieren gar nicht in der dargestellten Form, sie entstehen nur scheinbar durch verzerrte Blickwinkel.) Frau Rogers kennt den Psycho-Schmäh: Verbreite nur unverbindliches, aber positives Worthülsengelaber, das wird von der unbedarften Kundschaft goutiert und hält sie an der Strippe. (Das wissen inzwischen auch die Kirchen­oberen.) Ein paar Fragen an den ORF: Wie lange soll der Sternenspuk auf Kosten der Gebührenzahler noch dauern? Wieviel Honorar ist im Jahr 2020 an Frau Rogers geflossen und wieviel haben ihre Sendungen insgesamt verschlungen? Wer sind die Verantwortlichen für diese sinnlose Geldverschwendung zur Volksverdummung? Was sagt der ORF-Stiftungsrat dazu? Als gelernter Österreicher weiß man, die Antwort steht wohl in den Sternen. Na dann: Gute Sternen-Nacht, ORF. Gute Bildungs-Nacht, Österreich!

 Josef Sohler, Lustenau

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