Radautobahn durch Badezone

Inzwischen konnte ich Einsicht in die Projektunterlagen für die weitere Pipelineverbauung nehmen. Dabei hat sich herausgestellt, dass verschiedene Detailfragen noch nicht geklärt sind und das Projekt daher noch gar nicht vergabereif sein kann. Auch sonst haben sich die Bedenken gegen das Projekt verdichtet. Wo bisher eine beliebte Liegefläche schräg zum See abfällt, die in Übergangszeiten Wärme speichert und daher als Liegefläche besonders dann beliebt ist, soll eine senkrechte Mauer das Ufer zubetonieren. Die vorgesehenen Doppelstiegen können diesen Verlust nicht ersetzen. Auch stellt sich die Frage, warum es jeweils ein Stiegenpaar sein muss und nicht eine einzelne Stiege genügt. Die Trennung von Radfahrern und Fußgängern funktioniert schon in den bisher ausgebauten Abschnitten nicht und wird auch hier nicht funktionieren. Schon bei mittlerem Wellenschlag wird zudem der verstärkte Wellenschlag eine Begehung unmöglich machen. Die Grundsatzfrage aber ist: Wenn die Politik schon einstimmig das Projekt „Bregenz Mitte“ forcieren will, könnte man die dann frei werdende Bahntrasse als Radweg verwenden und so eine realistische Trennung zwischen Radweg und Fußgängern erreichen. Hier wird sich zeigen, ob die Politik das Projekt Bregenz Mitte selbst ernst nimmt – dann verschiebt sie das Pipelineprojekt bis zur Klärung von Bregenz Mitte.

 Verein „Fairer Naturgenuss  – Freies Bodenseeufer“,

 Dr. Wilfried Ludwig Weh,  Bregenz

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