Anschober

Respekt an Herrn Anschober für sein Engagement und seinen würdigen politischen Abgang. Er hat Tag und Nacht für uns gearbeitet, leider war sein guter Wille nicht ausreichend. Er hat sich schlecht beraten lassen und sich bei kritischen Fragen nicht durchgesetzt. Aber hätten es andere besser gemacht? Ihr Coronaleugner und Realitätsverweigerer, die ihr euch lustig über den Lehrer gemacht und ihn beschimpft habt: Hat sich jemand von euch um den neuen Posten als Gesundheitsminister beworben? Ein Lockdown ist kein Spaß, aber dass dieser nicht aufhört, ist leider auch Menschen wie euch zu verdanken, wenn ihr auf Demonstrationen geht und für die Verbreitung des Virus mitverantwortlich seid. Ich will auch keine Diktatur, ich bin auch nicht dafür, dass die Wirtschaft und unser Bildungssystem so vernichtet werden und Freiheitsrechte in Frage gestellt werden. Ja, die Regierung macht mit ihrer internen Zermürbungstaktik Fehler und es gibt wirksamere Strategien zur Pandemiebekämpfung. Aber das ist kein Freibrief dafür, dass man den Verantwortlichen Morddrohungen schickt. Querdenken bedeutet nicht, dass Politiker Polizeischutz brauchen. Wir müssen zusammenhalten, wir müssen die Verantwortlichen unterstützen. Nur mit Schimpfen haben wir keine Chance auf ein baldiges, normales Leben. Wer frei sein will, muss auch Selbstverantwortung tragen. Corona ist mehr als ein Virus, es hat unser Miteinander verändert. Die Ehrlichkeit von Herrn Anschober soll für unsere Gesellschaft Vorbild und Wegweiser sein. Denn was kränkt, kann auch krank machen.

 Roland Geiger, Buch

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