Albtraumreise

Zum Leserbrief „Neues vom Zanzenberg“ (2. 5.): Man könnte ja beinahe Mitgefühl entwickeln, wenn der Leserbriefschreiber Günter Amann aus Dornbirn von seiner letzten Indienreise traumatisiert ins Ländle zurückgekehrt ist, nachdem er tausenden von Covid-19-Erkrankten auf den Straßen Indiens beim Sterben zusehen musste. Es ist jedoch so, dass man vielmehr dadurch Mitleid empfinden muss, wenn ein Mensch durch gezielte Medienberichterstattung in derartige Panik versetzt wird, dass er sich nur dadurch abreagieren kann, in dem er einen, den Corona-Maßnahmen kritisch gegenüberstehenden Alt-68er attackieren muss. Ich gehe nicht davon aus, dass Herr Amann in den letzten drei Wochen in Indien war und aus eigener Erfahrung das Sterben mit Covid-19 erfahren musste, sondern schreibe seine Erkenntnis vielmehr der Berichterstattung zu, die berechtigterweise von Herrn Gabriel aufs Korn genommen wird. Wieder einmal wird zum Ausdruck gebracht, dass jemand durch diese Berichterstattung, der wir ausgesetzt sind, übersieht, dass auch er zum Opfer von toxischer Berichterstattung durch die „Steinzeit im Bild“ wurde und nicht durch die Satire von Herrn Gabriel. Die Gefahr, dass sich Herr Amann persönlich mit der in Indien grassierenden Covid-19-Variante anstecken könnte sehe ich nicht, da er seinerseits eine für den Herrn Professor vorgeschlagene Studienreise nach Indien natürlich nur geimpft antreten würde und in seinem Vertrauen in die Pharmaindustrie eine solche Reise unbeschadet überstünde. Möglicherweise jedoch ein bisschen angeekelt vom dortigen Elend und der desolaten spitalsärztlichen Versorgung, welche jedoch kaum durch Corona hervorgerufen wurde und auch durch keine Impfung aus der Welt geschafft werden kann.

 Kurt Stahr,

 Schwarzach

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