Richtig und falsch

Wie oft haben wir in der Krise den Satz „Da muss man den Experten vertrauen“ gehört. Das hat uns in eine gefährliche Situation gebracht. Die Politiker haben sich auf die Wissenschaftler verlassen. Sie haben nicht verstanden, was es heißt, Wissenschaftler zu sein: Frei von Gefühlen, allein dem wissenschaftlichen Ethos verpflichtet. Menschen wurden isoliert, Begegnungsstätten geschlossen – kurz Corona-Politik gemacht. Wissen ist nicht ausreichend. Menschen haben Gefühle und leben in Beziehungen. Die Führung eines Landes braucht neben Sachlichkeit insbesondere Einfühlungsvermögen. Liebe Vertreter der traditionellen Institutionen: Unsere Welt verändert sich, daher solltet auch ihr euer Denken verändern. Es gibt keine fixen Unterscheidungen mehr zwischen konservativ und progressiv, zwischen links und rechts. Kariertes Schwarz-Weiß-Denken ist vorbei. Liebe „Wissende“: Kümmert euch nicht nur um Corona, sondern unterstützt unsere Politiker zu den Themen Vereinsamung, Bildung, Arbeitslosigkeit, Schuldenbergabbau usw. Macht den Politikern klar, dass es nicht ihre Aufgabe ist, in sinnlosen Kämpfen die Fehler beim anderen zu suchen, Richter zu spielen und das Volk zu spalten.

Und was können wir, das Volk, machen? Begreifen, dass es nicht den richtigen und den falschen Weg gibt.Weniger Absolutismus in dem, was wir sagen und tun. Aufgeschlossen sein. Gute Lösungen sind immer dann entstanden, wenn man verschiedene Meinungen kombiniert hat.

 Roland Geiger, Buch

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