Betrug hat zugenommen

Vor allem durch den Vertrieb im Internet, wo man sich die Ware nicht vorher anschauen kann und es eine seriöse Beratung überhaupt nicht gibt, finden immer mehr Produkte einen Abnehmer, die man im Laden niemals gekauft hätte. Die Müllberge wachsen stetig – die Politik unternimmt nichts. Aber nicht nur im Versandgeschäft gibt es diesen Trend: das fängt schon beim (Bio)fleisch an und hört bei den Wohnungen auf. Wer billig kauft, kauft teuer – hieß es einmal. Heute kauft man teuer und bekommt Unbefriedigendes. Dafür sind die Gewinnspannen bis ins Astronomische angewachsen. Ich war 1973 als Bub in den USA. Da gab es in Städten so groß wie Bregenz schon kein einziges Fachgeschäft mehr, nicht einmal einen Bäcker. Alles war in Supermärkten konzentriert, wo man nur noch erhielt, was gängig war. Mir erschien alles enorm günstig. Eine Hose kostete einen Dollar, dafür hielt sie kaum ein paar Wochen. Eine mir bei uns um 100 Schilling gekaufte trug noch der kleine Bruder, bis man sie der Caritas vermachte. Soll das Verschwinden von Qualitätsprodukten und Fachgeschäften auch bei uns die Zukunft sein? Meiner Meinung nach ersetzt hier der organisierte Betrug Freude und Lebensqualität.

 Thomas Amann,

 Bregenz

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