Wenn der Bürgermeister zum Partymacher wird

Im Jahr 2019, also noch vor Corona, hat es den Versuch seitens der Polizeiinspektion Sulz gegeben, die Sperrstunde der Discothek Vabrik in Röthis zu kürzen und dieser somit das Licht abzudrehen. Bgm. Roman Kopf und der Gemeindevorstand folgten der Begründung der Polizei und erließ einen Bescheid zur Verkürzung der Sperrstunde. Die Gemeindevertretung hat der Berufung seitens der Discothek Vabrik jedoch stattgegeben und somit wurde der Beschluss der Vorstands der Gemeinde Röthis für nichtig erklärt. Meine Argumente damals waren, dass Jugendliche Orte brauchen, wo sie ihre Jugend leben können. Zudem wäre es besser, wenn das Feiern unter gesicherten Rahmenbedingungen stattfinden. In der Industriezone werden

keine Nachbarn gestört und bei Auseinandersetzungen, die es leider auch gibt, ist ein Securitydienst da. Die Corona-Krise wurde nun unfreiwillig zur Feldstudie, was passiert, wenn es keine Nightlife Angebote für Jugendliche gibt. Pipeline Bregenz, Sonnendeck Innsbruck, Karlsplatz und Donaukanal Wien. Plötzlich setzen sich Bürgermeister

mit der Polizei zusammen und überlegen sich, wie man den Jugendlichen einen Platz zum Feiern gibt. Bürgermeister werden mit Unterstützung der Polizei zu Partymachern. Für mich als Clubbetreiber hat die Corona-Krise Folgendes gezeigt: jene Gemeindevertretungsmitglieder, die damals den Bescheid vom Gemeindevorstand Röthis aufgehoben haben, haben Weitsicht gezeigt. Jugendliche lassen sich nicht einsperren und last but not least: Discotheken haben wohl doch auch einen sozialen Nutzen!

 MMag. Thomas Krobath, Röthis

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