Stroh statt Beton

Die beiden Schweine Mickey und Jackie konnten zum zweiten Mal aus der größten Vollspaltenboden-Schweinefabrik des Burgenlandes in Pöttelsdorf befreit werden. Das ist die gute Nachricht. Leider nur zwei von rund 3000. Wie kann es sein, dass wir einerseits unsere Haustiere als vollwertiges Familienmitglied bei uns aufnehmen (dürfen zu uns ins Bett, beim kleinsten Wehwehchen zum Tierarzt) und andererseits die intelligenten Schweine für unseren „Genuss“ so leiden müssen. Durch das Einatmen der Ammoniakdämpfe leiden sie an (Lungen)-entzündungen, sie haben geschwollene Gelenke, blutige Schwänze, eitrige Beulen und Verletzungen. Paradoxerweise ernähren wir uns von (Antibiotika)verseuchten Fleischerzeugnissen – ohne zu hinterfragen. Kann man so ein Fleisch wirklich genießen? Wenig verwunderlich, dass so viele Menschen an diversen Zivilisationskrankheiten, unter anderem Gicht, leiden. Das wird auch noch staatlich gefördert. Das Mindeste wäre eine Herkunftskennzeichnung (wie bei den Eiern). Dann könnte der Konsument über die Qualität bzw. Haltung selber entscheiden. In der Hoffnung, dass die Politik handelt. Das wir einerseits glückliche Schweine haben und andererseits der Konsum reduziert wird und dabei auf Qualität geachtet wird. Mickey und Jackie hatten Glück und führen nun ein Leben, wie es eigentlich jedes Schwein führen sollte. Mit Stroh statt Beton.

 Sandra Flatschacher,

 Fraxern

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