Laub- und Heubläser

Der Herbst könnte eine Zeit der Stille sein. Aber kaum fällt das Herbstlaub, lärmen sie wieder: die Laubbläser.

Die Höllenmaschinen verpesten die Luft, schaden dem Klima und töten Millionen von Kleintieren. Wo der Laubbläser gewütet hat, lebt meist nichts mehr. Der natürliche Kreislauf gerät aus den Fugen. Pflanzen­samen werden weggepustet; Würmer, Insekten, Kleinsäuger verlieren ihre Nahrung und ihren Lebensraum. Besonders in der Stadt kommt es durch Feinstaub, aufgewirbelte Schimmelpilze, Hunde-/Katzenkot, usw. zu einer gesundheitlich bedenklichen Erhöhung des Luftkeimgehalts. Durch den Schallpegel von über 100 Dezibel (das ist wie ein Presslufthammer) kann es zu Hörschäden kommen.

Rechen und Besen sind eine Alternative. Das Laub sollte auf Beete und unter Gehölze verteilt werden, wo es Boden und Kleintieren als Winterschutz dient und im Frühjahr als natürlicher Dünger in den Boden eingearbeitet werden kann. Dadurch kann man auf Kunstdünger verzichten und dem Igel, dem Käfer, den Schmetterlingslarven, Glühwürmchen, usw. etwas Gutes tun. Dieser Appell richtet sich auch an euch, liebe Heubläser: Im Sommer nerven die modernen Stinker und sorgen für ohrenbetäubenden Lärm auf den Wiesen. Wenn man das Werk eines anderen Menschen zerstört, nennt man das Vandalismus, zerstört man dagegen das Werk der Natur, spricht man von
Fortschritt.

 Roland Geiger, Buch

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