Impfpflicht, Regierung

Vergangene Woche sagte Bundesministerin Karoline Edtstadler im ORF: Früher war sie gegen eine Impfpflicht. Jetzt in der vierten Welle und im Lockdown findet sie diese Plicht für alle, als eine geringere Einschränkung wie den Lockdown. Bei ihren Ausreden wurde klar, dass die Regierenden erst sehr spät, wenn überhaupt, zu Erkenntnissen kommen und nun immer die gleichen Ausreden verwenden – wir glauben oder wir haben geglaubt: Dass sich wesentlich mehr impfen lassen, es keinen Lockdown mehr geben wird, nach der zweiten Impfung ein totaler Impfschutz besteht, etc. Bei allen diesen Ausreden wurden sämtliche Entscheidungen viel zu spät und oft auch falsch in Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Experten, die jedoch nie namentlich genannt wurden, getroffen – wofür jetzt einige Entschuldigungen kommen. Gerne hätte ich eine Begründung, warum die generelle Impfpflicht im Parlament nicht schon nach dem ersten Lockdown zur Debatte stand. Im Gegenteil: alles wurde von den Verantwortlichen in Abrede gestellt. Warum wohl? Die Argumente wären interessant, weil rechtlich nichts im Wege stand. Eine Volksabstimmung bei einer Uneinigkeit wäre auch möglich gewesen. Jetzt nach den Verunsicherungen, der Verärgerung der Geimpften und die Spaltung der Bevölkerung ist das Angedrohte im Februar noch schwerer zu verkraften. Eine Vorschau mit entsprechenden Handlungen hat es nie gegeben, trotz vielen Hinweisen von Virologen und anderen Fachleuten. Es musste so kommen, weil unsere Regierung immer erst im Nachhinein reagiert hat und nun für alle überraschend den Lockdown, das Schulchaos und die Impfpflicht, verordnete. Diese Impfpflicht für alle kommt mindestens um ein Jahr zu spät. Man hätte aufgrund der weltweiten Pandemie mit den vielen Toten dies längst erkennen können. Damit wäre auch eine Gleichstellung der Bevölkerung besser gewesen, als das andauernde Zaudern, Verzögern, Verharmlosen und Verärgern. Große Unzufriedenheit, riesige gesundheitliche und wirtschaftliche Schäden und vermeidbares Leid sind dadurch entstanden.

 Heinz Schmidt,  Bregenz

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