S18 wichtiger, als gerechtes Schulsystem?

LH Wallner wirft der Mobilitätsministerin Gewessler in Sachen S18 mangelnde Akzeptanz jahrelanger umfangreicher Untersuchungen vor. Wenn er schon so viel Wert auf die Seriosität solcher Untersuchungen legt, sollte er vor der eigenen Türe kehren. Die vielen evidenzbasierten nationalen und internationalen Untersuchungen in Bezug auf die Gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen müsste er ebenso ernst nehmen und alles daransetzen, dass dieses schon längst überfällige Projekt umgesetzt wird – wie er es im Regierungsprogramm unterschrieben hat! Es ist heuchlerisch, wenn er den Grünen-Klubobmann Zadra und Landesrat Rauch an das unterschriebene Regierungsabkommen bezüglich S18 erinnert, aber gleichzeitig auf die Gemeinsame Schule „vergisst“. Diese ist nämlich tatsächlich zukunftsweisend und nachhaltig. Die wertvollste Ressource, die unsere Gesellschaft hat, ist die qualifizierte Bildung unserer Kinder, die nicht von ihrer sozialen Herkunft abhängig sein sollte. Das ist für uns nur in einem halbwegs sozial gerechten, nicht segregierenden Schulsystem möglich. Während die S18 ein Rückschritt in die verkehrspolitische Steinzeit ist und unendlich viel Geld und Boden verbraucht, sollte politisch alles unternommen werden, allen Kindern eine qualifizierte Bildung zu ermöglichen.

 Prof. Mag. Peter Fischer,
 Sprecher der ARGE Gemeinsame  Schule, Rankweil