Krise in der ­Ukraine

Als Sohn einer ehemaligen Zwangsarbeiterin aus der Ukraine möchte ich gerne etwas berichten. Meine verstoßene Mutter sah ihre Heimat nie wieder. Dennoch hatte Sie immer Kontakt zu ihren Geschwistern. Vor etwa 20 Jahren besuchte ich ihre Heimat – ein kleiner Ort, rund 300 Kilometer westlich von Kiew. Die Infrastruktur lag weit zurück. Kein fließendes Wasser, nur selbst geschlagene Brunnen dienten zur Wasserversorgung. Aber jene tiefe Herzlichkeit und Freude, mit der ich empfangen wurde, werde ich nie vergessen. Ich wurde sofort als ihr Eigener aufgenommen. Diese Menschlichkeit und der Stolz, einander zu unterstützen, mit dem Wenigen, das sie hatten, faszinierte mich. So besuchte ich danach mehrere Male dieses Land. Die Anspannung gegenüber Russland war damals schon zu spüren. Aber niemals irgendwelche Hassgefühle. Beide Länder sprechen dieselbe Sprache und ich bin sicher, sie werden ihre Konflikte – vom Donbass bis zur Krim – selbst lösen. Die EU sollte nur als Vermittler dienen und den größten Störenfried – die USA – aus den Verhandlungen raushalten. Die USA haben in ihrem eigenen Land genug zu tun. Die Hoffnung ist, dass unsere Nachkommen es besser machen und den östlichen Teil Europas endlich so in die EU integrieren, dass wir alle in Frieden leben können.

 Otto Ohrmeier,

 Dornbirn

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