Friede, Freiheit, Wahrheit

„Friede ist nur durch Freiheit und Freiheit nur durch Wahrheit möglich“. Dieses Zitat von Karl Jaspers

hat mich dazu angeregt, ein paar für mich offene Fragen zu formulieren. Die Gesellschaft ist heute gespalten wie schon lange nicht mehr. Wie konnte so etwas geschehen? Ist Spaltung in einer Gemeinschaft nicht auch immer eine Einladung zur Fremdbestimmung? Wie konnte es so weit kommen, dass Verträge über Produkte, die mit Steuergeldern bezahlt werden müssen, vor der Öffentlichkeit geheim gehalten werden? Müssen nicht Vereinbarungen, die alle Menschen eines Landes betreffen, auch für alle einsehbar sein? Wie kann es sein, dass man dem Hersteller eines mangelhaften Produkts einen Freibrief ausstellt, damit er für die durch dieses Produkt entstehenden Schäden nicht haften muss? Es gibt ein Produkthaftungsgesetz – das gilt doch auch für

pharmazeutische Produkte, oder etwa nicht? Wie kann es sein, dass man eine Pflicht zur Anwendung

dieses mangelhaften Produkts gesetzlich erwirken will? Hat die Legislative hierzu nicht die Pflicht, sich gegenüber dem Staatsbürger so zu verhalten, dass niemals ein Schaden angerichtet wird? Oder werden die Gesetze gar nicht von dieser Legislative definiert, sondern nur gehorsam durchgewunken? Ist der oberste Herr der Gesetzgebung – der Bundespräsident – nicht auch dazu verpflichtet, Schaden vom Volk abzuwenden? Fragen über Fragen.

 Thomas Cassan,

 Dornbirn