Aufnahmetests: Zurück in die 50er-Jahre

Die Diskussion um die Zulassungsbedingungen fürs Gymnasium nimmt immer absurdere Formen an. Der vor Kurzem kolportierte nächste pädagogische Tiefschlag, eine einheitliche Mathematik- und Deutschschularbeit für die vierten Klassen Volksschulen einzuführen, ist an Abstrusität kaum zu überbieten. Sie ist offensichtlich Auswuchs einer Arbeitsgruppe, die von der Landesrätin Schöbi-Fink eingesetzt wurde, um die Schnittstelle zwischen Volksschule und Gymnasium zu verbessern. Diese Idee wurde Gott sei Dank sofort wieder verworfen.

Schon vor Jahrzehnten war ich in diversen Arbeitsgruppen, die sich mit dieser Nahtstellenproblematik auseinandergesetzt hat. Einhelliges Ergebnis: Es gibt keine Lösung, solange dieses antiquierte Schulsystem besteht. Es segregiert 10-Jährige in Mittelschüler:innen und Gymnasiast:innen. Unzählige Studien belegen die vielen negativen Auswirkungen auf die Kinder, die Lehrer:innen und nicht zuletzt auf unsere gesamte Gesellschaft. Dazu muss man nicht unbedingt wissenschaftliche Studien kennen, es genügen die vielen Diskussionen im Bekanntenkreis, die sich jährlich spätestens ab dem 2. Semester wiederholen, wenn es um die Anmeldungen ins Gymnasium geht.

Es bietet sich eigentlich nur eine einzige Lösung an: Eine gemeinsame Schule aller Schüler:innen, bis sie 15 bzw. 16 Jahre alt sind, wie in fast allen Ländern dieser Erde. Aber solange die ÖVP ihre Trennungs­ideologie beibehält und die Negativauslese an Bildungsminister:innen pflegt, wird Österreich noch länger unter diesem Segregationsdilemma leiden!

  Prof. Mag. Peter Fischer,

 Sprecher der ARGE Gemeinsame Schule,  Rankweil