Ukraine

Vor gut einer Woche wurde vom OLG Innsbruck ein Vorarlberger zu drei Jahren Haft (ein Jahr unbedingt) wegen Kriegsverbrechen rechtskräftig verurteilt. Er hatte sich als Söldner an den Angriffen der ukrainischen Armee gegen die prorussische Bevölkerung im Osten der Ukraine und an Folterungen von gefangenen Zivilisten beteiligt. Seit sich der Oblast Donezk und der Oblast Lugansk sich mittels einer Volksabstimmung 2014 für den Austritt aus der Ukraine und die Errichtung unabhängiger, gleichnamiger Volksrepubliken entschieden, führt die Ukraine brutale Militäraktionen (trotz Waffenstillstandsabkommen von Minsk) gegen diese Gebiete durch, wie es auch Medienberichte bezeugen.

Die militärischen Angriffe werden von Repressalien wie Verbot der russischen Sprache, Nichtauszahlung von Renten etc. begleitet. Die Russische Föderation unter Ministerpräsident Putin hat sich lange defensiv verhalten (ja, Unterstützung der Separatisten hat es gegeben), obwohl „der Schutz russischen Bevölkerung im benachbarten Ausland“ eine Einsatzoption der russischen Armee darstellt.

Sicher, der jetzt erfolgte russische Angriff ist illegal. Nun aber erhebe ich zum wiederholten Male die Frage, wo waren die sich als Moralisten gebärdenden Kritiker an Putin und dem Krieg während der vergangenen acht Jahre? Ist die russische Bevölkerung in der Ukraine weniger wert? All jenen, welchen jetzt trotzdem wieder die Moralinsäure hochkommt, rate ich zu einem Glas Wasser, Hausverstand gebrauchen und sich nicht nur einseitig zu informieren.

  Günther Wieser,

 Lochau