Wieder ein bisschen mehr „Kreisky“

Wenn man die vergangenen Jahre an politischen Ereignissen und Aktionen, erst mit „Türkis-Blau“, dann mit „Türkis/Schwarz-Grün“ Revue passieren lässt, wie mit Steuergeldern verfahren wird, welche Reformen gemacht wurden (z.B. „ÖGK“) und man die seit Jahrzehnten notwendigen Reformen nicht angreift (Pensions-Reform) oder wie aktuell „Otto-Normal-Verbraucher“ die Covid- und sonstigen Schulden berappen muss (horrende Sprit- und Energiepreise, durch Inflation getriebene höhere Steuern), dann wird einem einfach nur übel.

Wo bitte ist das Format eines Politikers wie es Dr. Bruno Kreisky war? Gibt es dieses noch? Zugegeben: Im Westen war Kreisky nie populär, hieß es doch immer: „Der macht nur Schulden.“ Allerdings, wo wäre Österreich heute ohne die „Kreisky-Zeit“? Dieser Kanzler versinnbildlicht das moderne Österreich und hatte das Land von Grund auf reformiert und modernisiert: Infrastruktur, Bildung, Medien (ORF), etc. Vor allem aber war der Mann eine authentische Persönlichkeit mit Charisma. Wenn ich mir die Figuren in der Politik der vergangenen Jahre ansehe: Wo bitte ist da Format und Authentizität? Entweder „aalglatte Bluffer“ (Kurz) oder Wendehälse.

Ich persönlich war nie ein großer Fan der Sozialdemokratie, allerdings sprechen im Moment wirklich sehr viele Gründe für eine (ehrliche) sozialdemokratisch geführte Regierung und authentische Politiker mit Charakter. Dann auch bitte mit einer höheren Besteuerung von Vermögen.

  Christian Salzmann,  Dornbirn