Pensionsreform, Wo bleibt der große Wurf

Im zentralistisch reformunwilligen und trägen Österreich weiß man seit 25 Jahren (+) über die demografische Entwicklung und der damit einhergehenden Probleme Bescheid. Bisher nahezu jede Regierung hat Reformen versprochen, passiert ist bisher kaum etwas. Außer, dass an Monaten und Jährchen geschraubt wird und die Durchrechnungszeiträume jeweils verändert wurden, je nachdem, was dann am Ende weniger Pensionsausgaben für die jeweilige Regierung bedeutete.

So weit, so schlecht. 27 Milliarden Euro werden derzeit für die Bezahlung der Pensionen zubeschusst. Das ist die nahezu komplette Lohnsteuer eines Kalenderjahres. Solange die Steuern sprudeln, kann man sicher noch so weiterwursteln. Aber was ist, wenn wir eine veritable Wirtschaftskrise und Rezession über einen längeren Zeitraum erleben? Und uns dann auch international teurer verschulden müssen? Und wie bitte soll der „Generationenvertrag“ denn weiterhin mit diesem System funktionieren? Fragen über Fragen, die von der Politik weder beantwortet noch erklärt werden Auch so geht Vertrauen flöten.

Schauen wir in die benachbarte Schweiz. Warum übernehmen wir denn nicht deren Pensionssystem mit einer zweiten und dritten Säule, gestaffelt nach Alter? Warum ist Österreich so reformunwillig und warum will dieses „heiße Eisen“ niemand angehen? Aktuell wird, zur Teuerungsabmilderung mit der Gießkanne Geld verteilt und von den großen Themen, Jahrzehnte vor sich hergeschoben, abgelenkt.

  Christian Salzmann,  Dornbirn