Wo wird an die Umwelt gedacht?

Wenn ich mit dem Fahrrad meine Erledigungen mache, sehe ich oft, wie die Umwelt verschmutzt wird. Letzte Woche sprach ich einen Mann an, der bei laufendem Motor neben dem Auto stand und auf den freien Bankomat wartete. Ich bat ihn den Motor abzustellen, da es die Umwelt verschmutzt und er sich dabei Geld sparen würde. Er meinte, dass der Motor läuft, weil sonst seine Tochter im Auto friert. Naja. Ich ging kopfschüttelnd weiter. Zuhause habe ich am Thermometer 19 Grad abgelesen.

Am gleichen Tag stand ein Auto mit offener Tür und laufendem Motor neben der Apotheke. Ich bat die Frau freundlich den Motor abzustellen, damit sie die Umwelt schont und sich Geld erspart. Die Antwort war, dass der Motor läuft, damit der Blinker weiter blinkt. Ich startete eine freundliche Diskussion, aber sie wurde aufgeregt. Eine andere Person bat sie, ebenfalls den Motor abzustellen. Jetzt fühlte sie sich bedroht. Ein anderer Tag im Sommer vor einem Lebensmittelgeschäft. Ein Auto stand an diesem heißen Tag im Schatten bei laufendem Motor und offenem Fenster. Ich bat den Herrn den Motor abzustellen, um die Umwelt zu schonen. Er meinte die Klimaanlage müsse laufen, wegen dem Baby im Auto. Ich bat ihn dann, wenigstens die Zigarette nicht im Auto neben dem Baby zu rauchen. Das ginge mich nichts an, so die Antwort.

Mit Blick auf den Winter eine Frage an einen Juristen: Darf ich bei einem Auto, das vor dem Haus mit laufendem Motor steht, den Zündschlüssel abdrehen? Es wäre ja ein Eingriff in die Privatsphäre. Ein Gespräch mit dem EigentümerIn wäre wahrscheinlich sinnlos, so meine Erfahrungen.

Es sind leider viele Menschen, die nicht wirklich an die Folgen ihres Handelns denken. Zum Glück gibt es aber auch viele, die das tun und ihren Beitrag zum Umweltschutz beitragen. Das ist gut und sollte andere animieren mitzumachen. Daher spreche ich die Personen immer freundlich an, aber ganz selten bekomme ich eine Zustimmung als Antwort. Sie fühlen sich oft angegriffen. Leider. Daher dient die Aussage der Politiker, dass sie auf die Vernunft der Bürger vertrauen, nur dazu, um die Verantwortung abgeben zu können. Es muss wirklich etwas getan werden. Das kann jeder und jede.

  Bernhard Ortner, Mäder