Alpschweine

In Südamerika ist das Rindfleisch berühmt, weil es wenig Fett hat und die Fleischfasern sehr engmaschig sind. Daher ist es fein mürb und luftig. Der Grund ist, dass diese Fleischrinder das ganze Leben auf der Weide mit eher karger Nahrung verbringen und sich ständig bewegen und auch keinen Stress – wie in unseren Zuchtställen – haben (Antibiotika notwendig). Bei uns muss ein Zuchttier schnell an Masse zulegen, um die Rendite zu erhöhen. Daher mehr Fett. Bei Alpschweinen, die früher auf der Alpe frei herumliefen und sich suhlen konnten, gab es denselben Effekt, wie bei den südamerikanischen Rindern. Ein wunderbar mürbes und mageres Fleisch. Heute werden die meisten Schweine auf die Alpe transportiert. Dort werden sie in ganz üblichen Boxen (auch mit Spaltboden) – wie nahezu überall bei Zuchten – gehalten und bekommen das Futter wie in einem normalen Zuchtstall. Eventuell zusätzlich Molke von der Sennerei. Früher waren Kartoffeln die Hauptnahrung. Weil diese Schweine auf über 1000 Meter auf Alpen gezüchtet werden, dürfen sie als „Alpschwein“ bezeichnet werden, was mit den früher üblichen und wirklich echten Alpschweinen nichts mehr zu tun hat. Habe das selbst auf einer Alpe im großen Walsertal beobachtet.

  Oskar Piffer, Dornbirn

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