Bürokratie frisst Dynamik auf

Wir reden über Krieg und Inflation, übersehen dabei aber, dass wir in Europa zwei sehr große Probleme haben: Die enorme Bürokratie und die schwache Infrastruktur. Unsere ganze Infrastruktur ist disfunktional, wie zum Beispiel die Bahn in Deutschland, der Luftverkehr, die Autobahnbrücken, das Schulsystem. Bei der Digitalisierung hinken wir der übrigen Welt stark hinterher.

Wir Europäer haben jahrelang Symptome behandelt, aber nicht die Wurzeln der Krankheit. Die gesamte Infrastruktur muss modernisiert werden, sonst wird die Wettbewerbsfähigkeit immer schlechter und das Klimaziel verfehlt. In großen Krisen haben wir Chancen auf große Innovationen.

Wir haben viele gute Firmen, viele guten Patente – aber dann frisst uns die Bürokratie die Dynamik auf. Unserem politischen Personal mangelt es an der langfristigen Orientierung. Man denkt nicht mehr so staatsmännisch, wie das vor 50 Jahren der Fall war. Statt die Probleme ökonomisch anzugehen, wird wähler­orientiert reagiert. Staatliche Konsumausgaben waren wichtiger als Investitionen. Die Geisteshaltung vieler Bürger hat zu diesem Problem geführt. Sie möchten im eigenen Lebens­bereich ungestört bleiben und tun nichts dazu.

Mit Sozialisierung kommen wir nicht weiter. Arbeit muss sich wieder lohnen. Wollen wir denn aufgeben, was unsere Vorfahren erschaffen haben? Wo sind die Bürger, welche Verantwortung übernehmen?

  Roland Geiger,

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