Verwunderlich-Land?

Wir nehmen sogar Mobilmachungsflüchtlinge aus Russland auf, egal ob dabei auch Spione „mitgeliefert“ werden. Wir scheinen Geld für alles zu haben, jedoch an der eigenen medizinischen Grundversorgung mangelt vieles. Als Notfall versuchte ich einen Termin bei einem Bregenzer Augenfacharzt zu bekommen. Die Nachfolge meines früheren Augenfacharztes ließ wissen, dass aus Kapaziätsgründen kein Patient aufgenommen werde, obwohl ich Fotos des eiternden Auges mit starker Bindehautentzündung übermittelt hatte und mir nicht einmal ein Medikament verschrieben wurde. Der Verweis auf einen anderen Facharzt ergab einen frühesten Termin in acht Tagen, den ich wegen einer Behandlungskollision nicht wahrnehmen hätte können. Daraufhin wurde ich auf die Telefonnummer 1450 verwiesen. Am nächsten Tag fuhr ich mit dem Auto auf Drängen meiner Haus­ärztin zur Augenambulanz nach Feldkirch. Dort wurde ich dankenswerterweise untersucht, hervorragend betreut, bekam Medikamente und erhielt einen Überweisungsschein, um überhaupt zu einer Facharztkontrolle am darauffolgenden Montag zugelassen zu werden. Dieselbe Problematik stellt sich nicht nur bei LungenfachärztInnen, sondern auch allseits bei Pflegepersonal und in weiterer Zukunft voraussichtlich bei praktischen Ärzten. Verbringen unsere zuständigen PolitikerInnen und die Führenden der Ärztekammer seit Jahren gutbezahlt im Tiefschlaf? Verharren sie in Unfähigkeit oder lassen Fachärzte ggf. teilweise nur auf Wahlarztbasis zu?

Kurt Höfferer,
Hörbranz