Beginnt Korruption im Kindergarten?

Gleichberechtigung = gleiches Recht für alle. Oder doch nur für die Bevölkerungsschicht, die es sich richten kann? Die Kindergartenplätze am Nachmittag sind rar – das Betreuungspersonal fehlt. Nur berufstätige Mütter dürften ihr Kind „abgeben“. Die Schlauen melden ihre Frau/Freundin/Tochter dann in der eigenen Firma an.

• Somit kann die Frau nach Wunsch arbeiten – oder auch nicht – und hat am Nachmittag Freizeit.

• Die Frau ohne Arbeitgeberbescheinigung mit drei Kindern (und eventuell einem betreuungsbedürftigen Familienmitglied) hat keinen Anspruch – und der Familienvater muss sich zwölf Stunden am Tag und mehr abmühen, damit er genug Geld für die Familie verdient.

Wenn man mit der Kinderbetreuerin bekannt ist, kann man auch nur eine Absichtserklärung abgeben, dass man sich eine Arbeit sucht.

Betreuung am Nachmittag muss für jedes Kind möglich sein, die „Bewerbung“ für einen Betreuungsplatz soll sich nach dem Einkommen richten:

• gestaffelt wie bei den Steuern – Berechnung anhand einer Bestätigung des Einkommens von beiden Elternteilen via Finanzamt. Geringe Einkommen, müssen keinen Zuschuss zahlen.

• Staffelung: Pro 20.000 Euro erhöht sich der Betreuungssatz pro Stunde um zwei Euro – bis zu einem Betrag von 30 Euro pro Stunde.

Da sich in puncto Einkommen die Leute nicht gerne in die Karten schauen lassen,

wäre man erstaunt, wie viele freie Nachmittagsplätze es dann gäbe …

 Nadine Wagner,
 Feldkirch