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„Für den Titel braucht es mehr“

Thomas Feurstein in seinem Heimatgebiet, der Silvretta Montafon, mit der Zamangspitze im Hintergrund.   Foto: Fabio Studer

Thomas Feurstein in seinem Heimatgebiet, der Silvretta Montafon, mit der Zamangspitze im Hintergrund.  Foto: Fabio Studer

Snowboard-Pro Thomas Feurstein (27) aus Schruns zählt zur Freeride-Welt­elite. W&W sprach mit ihm über Passion, Risiko und seine Pläne für die Zukunft.



WANN & WO: „Pow Pow“ im Montafon – bist du mit dem Saisonauftakt zufrieden?

Thomas Feurstein: Die Saison hat für mich echt gut angefangen. Ich hatte wirklich schon viele coole Tage am Berg. Am liebsten fahre ich in der Silvretta Montafon – mein bevorzugtes Gebiet, um zu filmen und mich auf die Freeride World Tour (FWT) vorzubereiten. Außerdem wohne ich drei Gehminuten von der Bahn entfernt, das macht das Ganze natürlich noch sympathischer (schmunzelt).

WANN & WO: Welche Ziele hast du dir heuer gesteckt?

Thomas Feurstein: Neben der Tour, die ich natürlich gewinnen möchte (schmunzelt), stehen noch einige spannende Videoprojekte und Foto­shootings an. Zuerst geht es jetzt aber nach Japan, darauf nach Kanada – dann folgen Fieberbrunn, Andorra und Verbier.

WANN & WO: Ende Jänner steigt der Tour-Auftakt in Hakuba. Was erwartest du dir von der Serie?

Thomas Feurstein: Ich möchte meinen Style ein wenig ändern und einfach so fahren, wie ich auch sonst am Berg unterwegs bin. Bisher war ich bei Contests immer etwas zurückhaltend und vorsichtig, was die Größe von den Sprüngen/Felsen und Tricks anbelangt. Da wir immer nur eine Abfahrt pro Contest haben, wollte ich auf keinen Fall stürzen und meine Punkte verlieren. Die Taktik hat zwar bisher recht gut funktioniert, für den WM-Titel braucht es dann aber doch mehr, als nur „halbherzig“ runter zu brettern.

WANN & WO: Wie beurteilst du die Entwicklung im Sport mit nur fünf Tourstops?

Thomas Feurstein: Ich finde das gar nicht so schlecht – so habe ich nämlich noch Zeit für andere Projekte und Shootings. Beunruhigend finde ich eher die sinkenden Preisgelder und die steigende Anzahl von Skifahrern auf der Tour (schmunzelt).

WANN & WO: Stichwort Risiko: Wie sieht deine Gefahreneinschätzung am Berg aus? Wieviel Risiko bist du bereit zu gehen? Hast du Angst vor Verletzungen?

Thomas Feurstein: Es mag auf den ersten Blick vielleicht nicht danach ausschauen, aber ich bin da wirklich sehr vorsichtig unterwegs. Der Fokus liegt natürlich immer auf perfekten Tricks oder Lines, ich male mir aber auch andere Szenarien im Kopf aus, um notfalls sofort richtig reagieren oder fallen zu können. Eine gute Ausrüstung (Lawinen-Rucksack, LVS-Gerät, Sonde, Schaufel, Helm, Rückenpanzer, usw.) darf natürlich auch nie fehlen. Da meine Abfahrten und Sprünge meistens sehr durchdacht und geplant sind, hält sich das Risiko in meinen Augen in Grenzen. Angst vor Verletzungen habe ich meistens nur, wenn ich eine überfüllte Piste runterfahren muss.

WANN & WO: Hast du dir schon Gedanken gemacht, was du nach deiner aktiven Snowboard-Karriere machen willst?

Thomas Feurstein: Auf jeden Fall! Ich hab da einen ziemlich breit gefächerten Plan B. Da geht es entweder in Richtung Gastronomie, Immobilien oder Filmemachen. Gerade mit dem Filmen habe ich mich die letzten Jahren intensiv beschäftigt, ich habe letztes Jahr sogar meine eigene kleine Produktionsfirma gegründet und durfte schon zahlreiche Werbe­clips für lokale Unternehmen produzieren. Wie auch beim Snowboarden kann ich da meine Kreativität und Ideen voll ausleben. Aktuell lässt sich das auch bestens mit dem Snowboarden verbinden. Im Winter vor der Kamera und im Sommer hinter der Kamera. So kann es gerne noch viele Jahre weitergehen.

„Da meine Abfahrten und Sprünge meistens sehr durchdacht und geplant sind, hält sich das Risiko in meinen Augen in Grenzen. Angst vor Verletzungen habe ich meistens nur, wenn ich eine überfüllte Piste runterfahren muss.“

Snowboard-Pro Thomas Feurstein über Gefahreneinschätzung bei seinem Sport

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