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„Ich sehe mich als Phantast“

„Ich bin kein ausgebildeter Künstler, sondern ein Phantast.“ Die Phantasie spielt in Nikola Bartenbachs Kunst eine große Rolle.

„Ich bin kein ausgebildeter Künstler, sondern ein Phantast.“ Die Phantasie spielt in Nikola Bartenbachs Kunst eine große Rolle.

Betritt man die kleine Garage des mintgrünen Einfamilienhauses in der Nähe des Bludenzer Bahnhofs, sieht man auf den ersten Blick – hier wird gearbeitet. Zangen, Feilen und allerhand anderes Werkzeug lassen zunächst auf einen typischen Ort zum Heimwerken schließen. Lässt man den Blick aber schweifen, so fallen einem Töpfe, Pinsel in jeglicher Form und Größe sowie eine Staffelei ins Auge und schnell wird klar, dass an diesem Ort Kunstwerke entstehen. „Angefangen hat alles im Kindergarten“, erzählt Künstler Nikola Bartenbach. „Schon damals war meine Zeichenmappe so groß, dass sie nicht in meine Schublade passte.“ Aus den anfänglichen Kinderzeichnungen sind über die Jahre wahre Kunstwerke und Skulpturen geworden. „Meine Anfänge prägen mich aber nach wie vor“, betont der 27-Jährige und hält zum Beweis eine Zeichnung aus dem Jahr 1998 neben eines seiner Werke und lässt damit keinen Zweifel.

Im Makaberen liegt
etwas Ästhetisches

Mit seiner Kunst möchte der Bludenzer Geschichten erzählen. „Meine Kunst soll die Leute mitreißen und wenn ich sehe, dass sie die ganze Geschichte hinter dem Werk verstehen, habe ich genau das erreicht.“ Dabei spielen für ihn Sagen und Mythen eine große Rolle. „Außerdem ist fast alles, was ich mache, makaber“, sagt er schmunzelnd. Für ihn liegt im Makaberen auch etwas Ästhetisches, „ganz im Gegensatz zum Gruseligen.“ Bunte Werke von Nikola sucht man allerdings vergebens. „Mit Farbe tue ich mir schwer“, gibt er zu, „Phantasie soll den Rest machen.“ Genau jene Phantasie möchte er auch seinen Studenten an der FH Kufstein, an der er selbst studierte und nun als Lehrender tätig ist, auch vermitteln. „Sie sollen sich etwas trauen und dazu will ich sie in meinem Unterricht ermutigen.“

Mut als Inspiration

Auch der Künstler selbst wird von mutigen Personen inspiriert. Smalltalk gehöre für ihn natürlich zum Alltag dazu, aber Gespräche, die darüber hinaus gehen, seien es, die er schätzt. „Über Persönliches, Wünsche und Träume zu reden erfordert Mut und solche Geschichten inspirieren mich.“ Aus künstlerischer Sicht prägen ihn auch die Werke von Gustav Doré, einem französischen Maler und Grafiker aus dem 19. Jahrhundert. „Seine Kunst ist sehr detailliert, dafür habe ich aber keine Geduld“, meint der Bludenzer und lacht. Dass für ihn Kunst nicht nur ein Hobby ist, merkt Nikola täglich bei seinem Beruf, bei dem er unter anderem als Grafiker tätig ist. Allerdings ist es ihm auch wichtig, Grafik und Kunst zu unterscheiden. „In den Werbegrafiken muss ich mich am Zahn der Zeit orientieren, bei meinen Kunstwerken bin ich völlig frei und kann mich entfalten.“

Mehr als nur ein Heimatort

Für den gebürtigen Bludenzer, der aufgrund seines Studiums eine Zeit lang in Innsbruck lebte und derzeit mit seiner Verlobten in Frastanz wohnt, spielte die Alpenstadt immer eine große Rolle – und tut es nach wie vor. „Schon früher habe ich oft das Riedmillerdenkmal gemalt und auch heute noch fasziniert mich die Altstadt sehr“, teilt er mit. Für Nikola habe die kleine Stadt inmitten der fünf Täler genau jene mythologische Qualität, die ihn Tag für Tag zum Staunen bringt. Auf die Frage, welches nun sein Lieblingsplatz in der Alpenstadt sei, antwortete er: „Eine nicht ganz einfache Frage. Aber ich würde sagen, der Schlossgarten. Hier in der Sonne meine Mittagspause zu verbringen, dabei kurz inne zu halten und den Blick in die Ferne schweifen lassen – für mich einfach unbezahlbar.“

<p class="caption">„Entscheidung“, „Ulme“ und „Medusa“ – Nikola Bartenbachs Werke haben alle ein Narrativ. Darauf legt er auch sehr viel wert.  Fotos: Sams</p>

„Entscheidung“, „Ulme“ und „Medusa“ – Nikola Bartenbachs Werke haben alle ein
Narrativ. Darauf legt er auch sehr viel wert.  Fotos: Sams