Berufskraftfahrer als Traumberuf

„LKW haben mich schon als Kind immer fasziniert“: Aron Kopf macht gerade eine Lehre zum Berufskraftfahrer. Fotos: handout/Lehre in Vorarlberg

„LKW haben mich schon als Kind immer fasziniert“: Aron Kopf macht gerade eine Lehre zum Berufskraftfahrer. Fotos: handout/Lehre in Vorarlberg

Schon gewusst, dass man in Vorarlberg mit 15 Jahren eine Lehre als BerufskraftfahrerIn starten kann? Aron Kopf aus Röthis gehört dazu.

Laute Motoren, starke Maschinen, fette Reifen und immer was zu tun: Ein Szenario ganz nach dem Geschmack von Aron Kopf aus Röthis. Wie praktisch, dass der 16-Jährige jetzt auch seine Ausbildung in diesem Metier bekommt. Er begann seine Lehre im September 2019 als Berufskraftfahrer bei Bischof Transport in Feldkirch. Dabei wurde ihm der Beruf eigentlich schon in die Wiege gelegt. Schließlich ist er im Transportunternehmen seiner Familie groß geworden. „Natürlich bin ich schon als Kind allen Lkw nachgelaufen. Die großen Laster faszinieren mich noch heute.“ Sein Opa, Gründer von Nachbaur Transporte, hat diese Leidenschaft schon damals gefördert. Er war es auch, der mit Aron zu Bischof Transporte ging und sich direkt bei COO Elke Böhler über die ausgeschriebene Lehrlingsstelle informierte. Das Unternehmen war bisher das einzige, das eine Ausbildung zum/zur BerufskraftfahrerIn anbot. Seit heuer sind auch Loacker, Mohren, Bischofberger Transporte und Scheffknecht Transporte dabei.

Schnuppern: Anpacken, statt Zuschauen

„Ich war gleich an drei Doppeltagen zum Schnuppern dort. Aber schon nach dem ersten Mal war klar, dass ich die Stelle bekommen würde“, erinnert sich Aron. „Dabei durfte ich richtig anpacken, nicht bloß zuschauen. So lernt man einen Betrieb, die Leute und den Beruf viel besser kennen.“ Einen Tag verbrachte er in der Werkstatt, einen mit dem Fuhrparkleiter. Selber fahren war beim Schnuppern noch nicht dabei, aber im 2. Lehrjahr steht für angehende Berufskraftfahrer auch der Pkw- und Lkw-Führerschein an – der vom Arbeitgeber bezahlt wird. Erfahrungen konnte Aron bereits im Betrieb zuhause sammeln. Dementsprechend weiß er ganz genau, wann er das erste Mal hinter dem Lenkrad saß. „Es war ein unbeschreibliches Gefühl! Ich muss 12 Jahre oder so gewesen sein, als ich einen Lkw von der Waschstelle 200 Meter zum Parkplatz fahren durfte. Ich bin eingestiegen und hab das Radio aufgedreht. Es war ein alter Scania, mit manueller Schaltung. Und es war ja klar, dass er mir beim ersten Anfahrversuch ,verreckt’.“ Auf dem Betriebsgelände konnte er seither Erfahrungen sammeln. Und kann es natürlich kaum erwarten, wenn es damit auch in der Lehre bei Bischof losgeht. „Den Führerschein hätte ich ja sowieso gemacht, umso besser, wenn er mir bezahlt wird.”

„Spaß an der Arbeit viel wichtiger als Lohn”

Apropos bezahlen: Die Lehrlingsentschädigung spielte für Aron keine Rolle. „Ich wollte so oder so diesen Beruf erlernen. Alles, was damit zu tun hat, macht mir unglaublich Spaß. Meine Eltern haben mich da von Anfang an unterstützt. Und Opa hat natürlich die größte Freude an meiner Berufswahl.“ Im Rotationssystem wird Aron in verschiedenen Abteilungen bei Bischof Transporte ausgebildet. „Bis Februar war ich in der Werkstatt. Derzeit besuche ich die Beruffschule in Mattighofen. Danach folgt dann die Arbeit im Büro und in der Logistik.“ Zur Info: BerufskraftfahrerInnen haben die selben Fächer wie der Speditionskaufmann/frau. Das macht die Ausbildung zwar umfangreicher und fordernder, dafür können ausgebildete Fahrer später je nach Interesse verschiedene Wege auf der Karriereleiter einschlagen. „Gerade dieser Lehrberuf mit all den Chancen ist nahezu unbekannt in Vorarlberg. Das muss ich unbedingt ändern, denn Fahrer werden im ganzen Land dringend gesucht!“ Bei Bischof Transporte sind sie bald zu viert: Neben Aron sind auch Dragi (2. Lehrjahr) und Dominic (1. Lehrjahr) an der Ausbildung zum Berufskraftfahrer dran und auch Julian hat gerade den Lehrvertrag für 2020 unterzeichnet.  MH

<p class="caption">Anpacken und mitarbeiten: Aron mit Lehrmeister Karl Heinz Märker.</p>

Anpacken und mitarbeiten: Aron mit Lehrmeister Karl Heinz Märker.

<p class="caption">Elke Böhler, COO bei Bischof Transporte unterstützt ihn in seiner Ausbildung.</p>

Elke Böhler, COO bei Bischof Transporte unterstützt ihn in seiner Ausbildung.

Infos



Lehre in Vorarlberg

Die Plattform und der dazugehörige Verein wurden von Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer und Land Vorarlberg gegründet, um die Vielfalt und Chancen der dualen Ausbildung aufzuzeigen. Auf www.lehre-vorarlberg.at gibt’s eine Lehrstellenplattform, Infos zu hunderten Berufen, Geschichten, Termine und Services. Aktuell werden über 7000 Lehrlinge in Vorarlberg ausgebildet. Mehr als die Hälfte der 15-Jährigen entscheiden sich seit Jahren für eine duale Ausbildung.

Wann & Wo | template