„Vorderland ist der Garten Vorarlbergs“

Joe Welte, Geschäftsführer von Inside96, ist im Vorderland aufgewachsen und schätzt vor allem die zentrale Lage im Rheintal.

Joe Welte, Geschäftsführer von Inside96, ist im Vorderland aufgewachsen und schätzt vor allem die zentrale Lage im Rheintal.

Joe Welte (50) ist Geschäftsführer der Immobilienfirma Inside96. Er erzählt, was er am Vorderland schätzt, was ihn an der Immobilienbranche fasziniert und was die Zukunft in der Branche bringen wird.

Was verbindet Sie mit dem Vorderland? Meine Wurzeln liegen im Vorderland. Ich bin in Viktorsberg auf die Welt gekommen und habe meine Kindheit und Jugendzeit hier verbracht. Besonders schätze ich die ausgezeichnete Lage mitten im Rheintal und die hervorragende Verkehrsanbindung. Das Vorderland ist „der Garten“ Vorarlbergs.

Wodurch zeichnet sich Inside96 aus oder was hebt die Firma von anderen Immobilienfirmen ab? Wir sind mit viel Leidenschaft und Herzblut unterwegs und nehmen uns dabei reichlich Zeit für Kunden, Partner und Lieferanten. Getrieben von Kreativität denken wir in neuen Lösungsansätzen, welche wir beharrlich und ausdauernd ­verfolgen.

Was fasziniert Sie an der Immobilienbranche? Die Vielseitigkeit. Alles beginnt mit einer Idee, geht über abwechslungsreiche Aufgaben wie die Finanzierung, den Verkauf und den Bau bis hin zur Betreuung von Projekten. Eine besondere Leidenschaft hege ich aber für die Weiterentwicklung von urbanen Liegenschaften. Spannend dabei ist, neue Nutzungen zuzuführen und etwas Bleibendes zu realisieren. Es wird nie langweilig.

Wie sind Sie in ­diese Branche gekommen? Mich begeistern Gebäude und deren verschiedene Bauweisen. Nach der Pflichtschule habe ich eine Ausbildung zum Fliesenleger gemacht und war lange in diesem Beruf tätig. Durch Zufall habe ich mit 32 Jahren vom Baumanagement Studium an der heutigen Uni Vaduz erfahren, welches ich dann erfolgreich absolvierte. Danach habe ich zuerst bei einer Bank als Immobilienexperte gearbeitet und bin dann zu einem Projektentwickler in Dornbirn gewechselt. Jetzt habe ich selber ein erfolgreiches Unternehmen.

Miete in Vorarlberg wird immer teurer. Wo sehen Sie die größten Probleme und wie könnte man diese lösen? Die großen Preistreiber sind aus meiner Sicht die hohen Grundstückspreise, die vielen Vorschriften und natürlich die sehr hohe Nachfrage an Wohnraum. Lösungsansätze wären Leerstände zu aktivieren, das Mietrechtsgesetz für Vermieter freundlicher zu gestalten, sowie eine Steuererleichterung für Privatvermieter. Zudem könnte bezahlbarer Wohnraum durch Nachverdichtung und höhere Gebäude geschaffen werden.

Micro Living spielt eine immer größere Rolle. Glauben Sie, dieses Konzept findet bei der Vorarlberger Bevölkerung genug Anklang? Das Konzept des Micro Living ermöglicht das erschwingliche Single-Wohnen in begehrten Lagen und trägt auch dem Verständnis von urbaner Gemeinschaft Rechnung. Das bedeutet, wir werden unseren Kunden beispielsweise Urban Gardening, Bike-Sharing, Car-Sharing, eine große Dachterrasse, Fitnessstudio, Paketbox, gratis W-Lan, eine Werkstatt und vieles mehr anbieten. Ich bin überzeugt, dass dieser Trend große Beliebtheit findet.

Wie haben Sie die ­Corona-Pandemie erlebt? Wie wird sich die Krise auf die Immobilienbranche auswirken? Da ich das Glück habe, eine kleine Landwirtschaft zu besitzen, konnte ich mich während des Lock-Down ausreichend im Freien bewegen und hatte nicht das Gefühl, eingesperrt zu sein. Was mir sehr gefehlt hat, waren die sozialen Kontakte. Da unser Unternehmen digital sehr gut aufgestellt ist war die Umstellung auf Home-Office keine besondere Herausforderung. Das meiste hat seinen gewohnten Lauf genommen, aber viel ruhiger und entspannter. Wie sich die Pandemie auswirken wird, kann ich nicht beantworten, aber jede Krise bietet auch Chancen.

Was machen Sie, um nach einem anstrengenden Arbeitstag abzuschalten? Am liebsten schaue ich nach den Tieren, setze mich dann auf die Terrasse, trinke ein kühles Bier und denke mir, was für ein Glück ich habe.