„Wohnen“: Nur noch ein Traum?

Wenn Grundbedürfnisse zur Wunschvorstellung werden, muss darüber gesprochen ­werden.

Wenn Grundbedürfnisse zur Wunschvorstellung werden, muss darüber gesprochen ­werden.

Die Mietpreise sind unzumutbar und die Finanzierung schon gar nicht ­greifbar? W&W hat sich bei Experten für alle Vorarlberger­Innen erkundigt, für die „Wohnen“ ­gerade „ein Traum“ wurde.

„Ich spare schon gar nicht mehr, denn ein Eigenheim werde ich mir eh nie ­leisten können!“ „Lieber ein teureres Auto, denn eine Mietwohnung für mich alleine ist nicht mehr drin.“ „Ich kann nicht auf eigenen Füßen stehen, weil ich es mir nicht leisten kann.“ ­Mittlerweile alltägliche Aussagen von jungen Erwachsenen aus Vorarlberg, deren Zukunft unklar ist. Doch wie soll es weitergehen und darf man noch hoffen? W&W wollte es wissen, doch recht vielversprechend fielen die Expertenmeinungen leider nicht aus. Eines ist jedoch klar: Es muss sich etwas ändern! JF

<p>Perspektiven schaffen. Aufgrund der steigenden Energiekosten, Material­knappheit und dem Krieg in der Ukraine ist meiner Meinung nach noch keine Preisstabilisierung in absehbarer Zeit in Sicht. Auch die Zinserhöhungen – verbunden mit den Auflagen der Finanzierung machen einen Immobilienerwerb nicht einfacher. Grundstückspreise steigen, die Baunutzzahlen wurden hingegen nicht erhöht, was jedoch bei der Preisgestaltung des Wohnraumes eine große Rolle spielen würde. Wohnraum muss und soll jedenfalls leistbar sein, hierfür müssen dringend bestimmte Perspektiven geschaffen werden. Kemal Hadzic, ­Geschäftsführer und Gesellschafter der KEHA Bau und KEHA Wohnbau</p>

Perspektiven schaffen. Aufgrund der steigenden Energiekosten, Material­knappheit und dem Krieg in der Ukraine ist meiner Meinung nach noch keine Preisstabilisierung in absehbarer Zeit in Sicht. Auch die Zinserhöhungen – verbunden mit den Auflagen der Finanzierung machen einen Immobilienerwerb nicht einfacher. Grundstückspreise steigen, die Baunutzzahlen wurden hingegen nicht erhöht, was jedoch bei der Preisgestaltung des Wohnraumes eine große Rolle spielen würde. Wohnraum muss und soll jedenfalls leistbar sein, hierfür müssen dringend bestimmte Perspektiven geschaffen werden. Kemal Hadzic, ­Geschäftsführer und Gesellschafter der KEHA Bau und KEHA Wohnbau

<p>Trotzdem Eigenmittel aufbauen. Eine allgemeine Empfehlung abzugeben ist nicht möglich. Auch die Marktentwicklung hängt an vielen Faktoren, die schwer einzuschätzen sind: Inflation, Zinssituation, Wirtschaftslage, die Art der Wirtschaftspolitik, der Kriegsverlauf in der Ukraine und ob weitere Flüchtlingswellen zu uns kommen. Die aktuelle Marktsituation bei Eigentums­erwerb ist von Zurückhaltung und Stagnation auf hohem Niveau geprägt. Wie sich ein junger Mensch verhalten soll, hängt auch sehr von der individuellen Einkommens- und Vermögenssituation ab. Generell würde ich aber dazu raten, trotzdem Eigenmittel aufzubauen. Rainer Bischof, ­Geschäftsführer der Bischof Immobilien GmbH</p>

Trotzdem Eigenmittel aufbauen. Eine allgemeine Empfehlung abzugeben ist nicht möglich. Auch die Marktentwicklung hängt an vielen Faktoren, die schwer einzuschätzen sind: Inflation, Zinssituation, Wirtschaftslage, die Art der Wirtschaftspolitik, der Kriegsverlauf in der Ukraine und ob weitere Flüchtlingswellen zu uns kommen. Die aktuelle Marktsituation bei Eigentums­erwerb ist von Zurückhaltung und Stagnation auf hohem Niveau geprägt. Wie sich ein junger Mensch verhalten soll, hängt auch sehr von der individuellen Einkommens- und Vermögenssituation ab. Generell würde ich aber dazu raten, trotzdem Eigenmittel aufzubauen. Rainer Bischof, ­Geschäftsführer der Bischof Immobilien GmbH

<p>Mietwohnungsmarkt wird in Bewegung kommen. Wir beobachten schon seit einigen Monaten, dass das An­gebot an Eigentums­wohnungen spürbar steigt, die Nachfrage – ausgehend von einem sehr hohen Niveau in den letzten beiden Jahren – hingegen leicht zurückgeht. Es ist davon auszugehen, dass sich die Preiskurve in den nächsten Monaten abschwächen wird. Darum ist es durchaus realistisch, dass der Gebrauchtwohnungsmarkt aber auch der Mietwohnungsmarkt wieder mehr in ­Bewegung kommt. Mit der größten Immobiliendatenbank Vorarlbergs sowie unserem Service für Suchkunden haben wir den Markt ständig im Blick. Philipp Feurstein, ­Geschäftsführer RE/MAX Immowest</p>

Mietwohnungsmarkt wird in Bewegung kommen. Wir beobachten schon seit einigen Monaten, dass das An­gebot an Eigentums­wohnungen spürbar steigt, die Nachfrage – ausgehend von einem sehr hohen Niveau in den letzten beiden Jahren – hingegen leicht zurückgeht. Es ist davon auszugehen, dass sich die Preiskurve in den nächsten Monaten abschwächen wird. Darum ist es durchaus realistisch, dass der Gebrauchtwohnungsmarkt aber auch der Mietwohnungsmarkt wieder mehr in ­Bewegung kommt. Mit der größten Immobiliendatenbank Vorarlbergs sowie unserem Service für Suchkunden haben wir den Markt ständig im Blick. Philipp Feurstein, ­Geschäftsführer RE/MAX Immowest

<p>Regelmäßiges Ansparen. Grundsätzlich zeigt sich, dass Immobilien krisenresistent sind und konstant im Wert steigen. Die explodierenden Baukosten und die angekommene Zinswende dämpfen allerdings die Nachfrage. Zudem erschweren die neuen Richtlinien der Finanzmarktaufsicht die Aufnahme von Immobilienkrediten. Ich empfehle jedem, das Ansparen von Eigenmitteln „neu zu denken“. Das heißt: Nach Erreichung der notwendigen Liquiditätsreserve, in der Höhe von ungefähr sechs Monatsgehältern, rate ich zum regelmäßigen Ansparen in Investmentfonds, damit der Traum vom Eigentum nicht nur ein Traum bleibt. Wolfgang Walter, ­Bereichsleitung ­Privatkunden bei der ­Volksbank Vorarlberg</p>

Regelmäßiges Ansparen. Grundsätzlich zeigt sich, dass Immobilien krisenresistent sind und konstant im Wert steigen. Die explodierenden Baukosten und die angekommene Zinswende dämpfen allerdings die Nachfrage. Zudem erschweren die neuen Richtlinien der Finanzmarktaufsicht die Aufnahme von Immobilienkrediten. Ich empfehle jedem, das Ansparen von Eigenmitteln „neu zu denken“. Das heißt: Nach Erreichung der notwendigen Liquiditätsreserve, in der Höhe von ungefähr sechs Monatsgehältern, rate ich zum regelmäßigen Ansparen in Investmentfonds, damit der Traum vom Eigentum nicht nur ein Traum bleibt. Wolfgang Walter, ­Bereichsleitung ­Privatkunden bei der ­Volksbank Vorarlberg

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