Lob in den höchsten Tönen

In St. Pölten holten sich Soloflair aus Hohenems in der Pop-Rock-Kategorie den „Falco“-Sonderpreis. Fotos: handout/Raidt

In St. Pölten holten sich Soloflair aus Hohenems in der Pop-Rock-Kategorie den „Falco“-Sonderpreis. Fotos: handout/Raidt

Die Hohenemser Musikschul-Formation Soloflair errang kürzlich den „Falco-Preis“ beim „Podium Jazz Pop Rock“. W&W sprach mit Betreuer Klaus Raidt.



WANN & WO: Wie ist eure Formation Soloflair entstanden?

Klaus Raidt: Ich unterrichte an der Musikschule Tonart Hohenems seit über 20 Jahren Pop- und Jazz-Ensembles. Diese Band entstand vor vier Jahren, die Besetzung wechselte auch in dieser Zeit einige Male. Von der „Ur-Besetzung“ sind nur noch Sängerin Sara, Bassist Tobias und Drummer Dario dabei. Pianist Jonathan kam ein Jahr später hinzu, dann Gitarrist Raphael. Unser zweiter Gitarrist Simon stieß sogar erst im Mai zu uns, kurz vor dem Landeswettbewerb. Die Idee zum Bandnamen „Soloflair“ kam, glaube ich, von Dario. Insgesamt ausgesprochen sympathische Jungs und Mädels, mit denen es großen Spaß macht zu arbeiten.

WANN & WO: In St. Pölten habt ihr kürzlich den „Falco-Preis“ für Nachwuchsbands gewonnen. Welche Eindrücke habt ihr vom Wettbewerb mitgenommen?

Klaus Raidt: Die Veranstaltung dort war sehr professionell organisiert, jeder Teilnehmer bekam schon Wochen vorher die genauen Auftrittszeiten und viele andere Details. Für die Bands war es ein tolles Erlebnis, in einem großen Festspielhaus mit Top-PA-Anlage und Technikern aufzutreten. Ich konnte nicht alle Bands hören, aber jene, die ich mitgekriegt habe, spielten alle auf einem sehr hohen Level. Jede Band bekommt nach dem Auftritt von der Jury auch konstruktives Feedback und wohlwollende Tipps auf sehr hohem Niveau: In der Jury Pop/Rock saßen u.a. Thomas Rabitsch (Produzent und Bandleader von Falco) und Walter Grassmann (Schlagzeugprofessor am Jazzkonservatorium Wien, Buchautor). Für mich geht es bei so einem Wettbewerb weniger um das Konkurrenzdenken, viel mehr um eine Art „Standort“-Bestimmung: Wo stehe ich als junger Musiker, wo liegen meine Stärken, was könnte noch verbessert werden etc. Beeindruckend waren auch die Bands aus den Sparten Jazz und Singer/Songwriter, die bei der Preisverleihung am Abend in St. Pölten nochmals spielten. Um den musikalischen Nachwuchs müssen wir uns keine Sorgen machen – da waren viele ausdrucksstarke Stimmen und tolle Instrumentalisten dabei. Es gab insgesamt drei Sonderpreise: Den „Joe Zawinul-Preis“ für Jazz, den „Georg Danzer-Preis“ für Singer/ Songwriter und den „Falco-Preis“ für Pop-Rock. Dass dieser Preis an uns ging, war eine große Überraschung. Das hätten wir niemals erwartet. Insgesamt war dieses Wochenende ein Highlight, das wir nicht so schnell vergessen werden.

WANN & WO: Was macht ihr mit dem Preisgeld von 1500 Euro?

Klaus Raidt: Es sind keine gemeinschaftlichen Investitionen wie Instrumente etc. nötig. Also wird das Geld brüderlich aufgeteilt, und jeder kann damit machen, was er möchte. Da zwei der Band bereits studieren und weitere dies vor haben, wird es ihnen sicher als Reserve dienen.

WANN & WO: Wie intensiv habt ihr euch vorbereitet, wie oft probt ihr?

Klaus Raidt: Wir proben im Schuljahr ein Mal wöchentlich. Für den Wettbewerb waren natürlich schon einige Sonderproben nötig, um die nötige Routine und den Feinschliff der Songs zu erhalten. Für den Bundeswettbewerb ergänzten wir das Repertoire um eine weitere Eigenkomposition. Allerdings war Sara aufgrund ihres Studiums bereits in Wien. Dennoch konnten wir die Zeit finden, alle Songs gut vorzubereiten. Ich konnte vor dem Wettbewerb auch noch zwei kurze Auftritte für Soloflair organisieren – jede Live-Erfahrung schweißt eine Band zusammen.

WANN & WO: Wie geht ihr ans Songwriting? Wie sieht eure Setlist aus?

Klaus Raidt: Die Eigenkompositionen stammen von Sängerin Sara und Pianist Jonathan, und sind in poppig, funkigen Gefilden angesiedelt. Sara schreibt ihre Songs inklusive Texte komplett selbst, ich erstelle dann ein Leadsheet für alle und helfe beim Arrangement. Die Komposition von Jonathan entstand vor drei Jahren, und blieb vorerst ein instrumentales Projekt. Kurz vor dem Landeswettbewerb wurde der Song von ihm und meiner Tochter Janina, die den Text und Teile der Melodie beigesteuert hat, fertiggestellt. Unsere Setlist ist eine bunte Mischung aus Pop, Rock und Soul. Wir präsentieren neben unseren eigenen Kompositionen auch Songs von Jamie Cullum, Stevie Wonder, Amy Winehouse, Kings of Leon, uvm. auf unsere ganze eigene Art.

WANN & WO: Wie sieht jetzt eure Zukunft als Musikschulband aus? Bleibt ihr zusammen?

Klaus Raidt: Ja, die Band ist jetzt sehr motiviert und wird auf jeden Fall weitermachen. Vielleicht ergeben sich durch den Preis auch ein paar Angebote für Auftritte, wer weiß? Ich würde es ihnen auf jeden Fall wünschen. Nur unsere Sängerin Sara steht uns aus zeitlichen Gründen leider nicht mehr zu Verfügung, sie beginnt gerade ihr Studium in Wien. Ich hoffe aber sehr, dass sie in der Wiener Szene musikalisch aktiv bleibt. Ob sie die Musik vielleicht eines Tages doch professionell betreiben möchte, wird sich zeigen. Sie wird sicher ihren Weg finden, davon bin ich überzeugt. Zur Zeit sind wir also auf der Suche nach einer neuen Frontstimme. Interessenten mit ausdrucksstarker Stimme im Alter zwischen 16 und 23 Jahren können sich gerne bei mir melden!