Hat Kollegah bei Samt und Next2Blow geklaut?

Next2Blow im Video zu ihrem Song „The First Time“... Foto: Youtube/next2blow

Next2Blow im Video zu ihrem Song „The First Time“... Foto: Youtube/next2blow

Der neue Track von Kollegah erinnert stark an einen alten Next2Blow-Song. W&W hat bei Samt nachgefragt, was er davon hält.

Zehn Sekunden sind keine lange Zeit – aber möglicherweise lang genug, um einen harten Beef zwischen Gangster-Rap-Größe Kollegah und Ländle-Rapper Samt anzuzetteln. Denn die ersten zehn Sekunden von Kollegahs neuem Song „Das Erste Mal“ erinnern stark an die ersten zehn Sekunden von „First Time (Das Erste Mal)“, das Samt vor rund zwei Jahren mit seiner damaligen Crew Next2Blow aufgenommen hat. Auch nach den ersten zehn Sekunden lässt einen beim Anhören das Gefühl nicht los, dass man Kollegahs Track schon kennt: Es geht genauso wie beim Next2Blow-Song um Jugend, Musik, Drogen und Frauen. Und nicht zuletzt ähneln sich die beiden Songtitel extrem. Für Samt ist die Sache glasklar: „Sorry, aber für mich riecht das stark danach, dass man das ‚gebitet‘ hat“, sagt der Rapper gegenüber WANN & WO. Auch sein DJ und seine Kollegen fänden, dass sich die Tracks extrem gleichen. Die Schuld gibt Samt aber gar nicht einmal unbedingt Kollegah selbst, sondern dessen Produzenten Freshmaker. „Wenn man genau hinhört, merkt man, dass Freshmaker den Anfang abgeändert hat. Der Beat ist natürlich ganz ein anderer, das ist klar. Aber die Idee ist einfach sehr, sehr ähnlich.“ Aber wie soll ein Megastar wie Kollegah überhaupt auf einen vergleichsweise kleinen Act aus Vorarlberg kommen? „Ich habe auch erst gedacht, wie kann das sein, wie soll Kollegah Next2Blow kopieren?“, erzählt Samt. „Dann habe ich gesehen, dass Freshmaker den Song produziert hat. Mit dem bin ich auf Facebook befreundet. Das heißt, er kriegt alle unsere Releases mit.“ Und schließlich sei es einfacher, sich von weniger bekannten Leuten etwas abzuschauen als von großen Nummern, findet Samt.

Keine Beweise für Kopieren

Sang- und klanglos bieten lassen wollte sich der Ländle-Rapper das natürlich nicht: „Ich habe den Produzenten darauf angesprochen. Aber er hat so getan, als ob er uns nicht kennt“, erzählt Samt. Dabei hätten sie ihm zufolge sehr wohl schon Kontakt gehabt. „Als ich den Song mit Michelle Garcia rausgebracht habe, hatte er mir geschrieben: ‚Boah cool, weiter so!‘ Und jetzt tut er so, als ob er nicht wüsste, wer ich bin. Also sorry!“ Chancen bei der ganzen Sache rechnet sich Samt nicht aus. „Ich bin der Meinung, es wurde vom Produzenten kopiert – aber beweisen kann man es natürlich nicht.“ Zudem sei es nicht verboten, Melodien und Instrumentals abzuändern. „Von dem her hat Kollegah alles richtig gemacht.“ Wird die ehemalige Next2Blow-Crew also nichts unternehmen? Das ist laut Samt noch unklar: „Für uns ist einfach eine brutale Ähnlichkeit da, wo wir nicht wissen, wie wir darauf reagieren sollen.“ Letzten Endes versucht der Rapper aber, den mutmaßlichen Track-Diebstahl auf die leichte Schulter zu nehmen. „Was will man machen? Es ist einfach witzig.“ Außerdem sei der Next2Blow-Song in seinen Augen „realer“ als der von Kollegah. „Aber für die Aussage werden mich wohl viele hassen“, sagt Samt mit einem Zwinkern.

<p class="caption">... und Kollegah im Video zu „Das Erste Mal“. Foto: Youtube/ALPHA MUSIC EMPIRE</p>

... und Kollegah im Video zu „Das Erste Mal“. Foto: Youtube/ALPHA MUSIC EMPIRE

„Für mich riecht es einfach ganz stark danach, dass man den Song ‚gebitet‘ hat.“ Samt

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