„Wir lassen uns auf kein Genre festlegen“

„Liebevoll, wild und gefährlich“ – so beschreibt Matthias Schorn (Klarinette) die Musik von Faltenradio.  Foto:handout/Schorn

„Liebevoll, wild und gefährlich“ – so beschreibt Matthias Schorn (Klarinette) die Musik von Faltenradio.  Foto:handout/Schorn

Faltenradio gastiert am Samstag bei den „Montafoner Resonanzen“ in Schruns. Im Interview verrät Matthias Schorn (Klarinette) mehr über die Band-Geschichte und was hinter dem Namen steckt.

Wie hat alles angefangen? Wie ist eure Band entstanden? Wir vier sind alle in der Volks- und Blasmusik groß geworden und haben dann eine klassische Ausbildung gemacht, u. a. bei den Wiener Philharmonikern. Vor zehn Jahren haben wir uns zufällig kennengelernt und sind draufgekommen, dass es einige Überschneidungen bei der Idee vom Musikmachen gibt. So ist ohne einen großen Plan das Faltenradio entstanden.

Wie seid ihr auf den ungewöhnlichen Bandnamen gekommen? Das ist natürlich eine Frage, die immer wieder aufkommt. Ich habe in einem Spaßgespräch einmal den Ausdruck Faltenradio erwähnt. Das war bei uns immer ein nicht sehr wertschätzender Ausdruck für die Ziehharmonika. Als wir so zusammensaßen, war das aber ein derartiges Erlebnis, dass wir Faltenradio als Bandnamen gewählt haben.

Wie kam es, dass ihr angefangen habt, mit klassischen Blasinstrumenten moderne Stücke zu interpretieren? Wir spielen bis heute Musik von Bach bis hin zu Falco. Einfach alles, von dem wir glauben, dass es zu uns passt. Wir wollten uns von Anfang an auf kein Genre festlegen lassen.

Ihr gebt auch spezielle Kinderkonzerte. Was unterscheidet ein Kinderkonzert von euren regulären Shows? Der größte Unterschied ist, dass Kinder das ehrlichste Publikum der Welt sind. Wir Erwachsenen sind alle etwas erzogen und uns wird gesagt, was sich gehört oder nicht. Kinder sind einfach sehr impulsiv und naiv – im besten Sinne. Sie lassen dich schnell spüren, ob Energie von der Bühne herunterkommt oder nicht. Das ist spannend, lehrreich und auch schön.

Ihr hattet beim Woodstock der Blasmusik einen Auftritt. Wie war das? Verrückt. Das Festival ist verrückt. Es zeigt aber auch, dass die Musik ein kleinster gemeinsamer Nenner sein kann. Es waren sicherlich alle politischen Richtungen vertreten, aber es war trotzdem friedlich. Es war schön, Teil dieser Energie zu sein.

Wie würdest du eure Musik in drei Worten beschreiben? Ich würde sagen unsere Musik ist liebevoll, wild und gefährlich.

Spielst du lieber kleine Konzerte oder vor einer großen Menge? Ich habe das Kleinkunstformat sehr gerne. Das Faltenradio macht Musik, bei der es auch um Kleinigkeiten, Nuancen und manchmal auch um jedes einzelne Wort geht. Auch große Bühnen haben ihren Reiz, aber das Kleine und Feine ist uns einfach näher.

Auf euren Bildern seid ihr alle mit einem Kinderwagen zu sehen. Habt ihr alle Kinder? Diese Frage ist nicht zum ersten Mal gestellt worden, aber genau darauf zielt dieses Bild auch ab (lacht). Nur einer von uns vieren hat wirklich ein Kind.

Auf eurer Webseite habt ihr ein Statement zu Politik abgegeben: Nicht angewidert abwenden, sondern diskutieren. Was hat es damit auf sich? Kunst und auch Musik sind immer politisch. Dabei ist aber nicht parteipolitisch gemeint. Ich halte mich ganz an Konstantin Wecker, der sagte, dass die Chance der Künstler darin besteht, bunt malen zu dürfen und nicht wie Politiker schwarz-weiß zu pinseln. Wir versuchen, in alle Richtungen zu denken. Fernab jeglicher Parteipolitik geht es um eine gewisse humanitäre Botschaft, um eine Buntheit, die uns am Herzen liegt.

Ihr werdet am Samstag auf der Kulturbühne in Schruns spielen. Wart ihr schon einmal im Ländle? Wir waren schon öfters bei den „Montafoner Resonanzen“ und auch an anderen Orten in Vorarlberg. Es ist zwar nicht ums Eck, aber wir sind gerne im Ländle. Im Montafon haben wir mittlerweile auch schon einige Freunde gefunden. Wir freuen uns immer auf ein Wiedersehen.

INFO


Faltenradio bei den
Montafoner Resonanzen


WANN: Samstag, 31. August,
 ab 17.30 Uhr
WO: Kulturbühne, Schruns


Tickets und Infos:
www.kulturbuehne-schruns.at

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