„Broadcast Yourself“ – 15 Jahre YouTube

Die Videoplattform YouTube hat die Unterhaltungsindustrie nachhaltig verändert. Am Samstag feiert die Internetseite ihr 15-jähriges Bestehen.  Foto: Reuters

Die Videoplattform YouTube hat die Unterhaltungsindustrie nachhaltig verändert. Am Samstag feiert die Internetseite ihr 15-jähriges Bestehen.  Foto: Reuters

Am Samstag feiert YouTube seinen 15. Geburtstag. Ein Blick auf eine Plattform, die sich vom Spielplatz für ­Hobby­filmer zum Video-Imperium ­entwickelte.

Den Anfang machten ein paar Elefanten im Zoo von San Diego. Das erste Video auf der Plattform war banal und unspektakulär – ganz im Gegensatz zum Aufstieg von YouTube, der folgen sollte. Die Website entwickelte sich rasch zum Inbegriff des kurzweiligen Internet-TVs und ist heute eine Supermacht der Unterhaltungswelt. Für Googles Mutterkonzern Alphabet ist der einstige „Broadcast Yourself“-Spielplatz für Privatvideos längst ein großes Geschäft mit einem Jahresgewinn von über 34 Mrd. US-Dollar.

Fake News und Hetze

Zudem haben mit dem rasanten Wachstum der Bandbreite Einfluss und Verantwortung massiv zugenommen: In der Ära von Fake News, Hetze und Filterblasen im Netz ist YouTube ein steter Stein des Anstoßes. Alleine schon die schiere Masse an Videos macht das Ausmisten zu einer Herkulesaufgabe, YouTube kommt trotz ausgeklügelter Algorithmen mit dem Löschen regelwidriger Clips kaum hinterher. Und Kritiker bezweifeln, dass das Unternehmen alles in seiner Macht Stehende tut.

Unerschöpflicher Fundus

Es wäre allerdings auch unfair, YouTube zum 15-jährigen Jubiläum auf Diskussionen um strittige Videos zu reduzieren. Ein großer Teil der bisherigen Geschichte ist von harmlosen viralen Phänomenen geprägt – die Plattform ist eine schier unerschöpfliche Fundgrube für Clips aller Art, in der sich von Musikvideos über Rezepte bis hin zu historischen Sportübertragungen oder Beauty- und Lifestyle-Guides eigentlich alles findet. Das Portal ist eine Art riesiges Archiv, das Nutzer durch sein cleveres Empfehlungssystem bei der Stange hält. Zudem hat YouTube die Unterhaltungsindustrie nachhaltig verändert, aus Hobby-Entertainern wurden millionenschwere „YouTuber“. Und die Kommerzialisierung geht indes weiter: Inzwischen versucht YouTube auch schon, mit selbst produzierten Inhalten und Bezahlabos im von Netflix dominierten Streaming-Markt Fuß zu fassen.