Microsoft krallt sich legendären Entwickler

Microsofts Gaming-Chef Phil Spencer ließ offen, ob Spiele wie „The Elder Scrolls 6“ nach der Übernahme von Zenimax exklusiv für die Xbox erscheinen werden. Bilder: Reuters, Microsoft, Zenimax, Bethesda, id

Microsofts Gaming-Chef Phil Spencer ließ offen, ob Spiele wie „The Elder Scrolls 6“ nach der Übernahme von Zenimax exklusiv für die Xbox erscheinen werden. Bilder: Reuters, Microsoft, Zenimax, Bethesda, id

Ein Beben erschütterte Anfang dieser Woche die Gamingindustrie: ­Microsoft erwarb ­Spieleriese Zenimax für 7,5 Mrd. US-Dollar und ist damit nun im Besitz von Titeln wie „Doom“ oder „The Elder Scrolls“.

Der US-Softwaregigant Microsoft stärkt seine Gaming-Sparte um die Spielkonsole Xbox mit einem milliardenschweren Zukauf. Das Unternehmen gab am Montag eine Übernahmevereinbarung mit Zenimax Media bekannt, der Konzernmutter von Bethesda Softworks und einigen anderen bekannten Spieleentwicklern. Demnach zahlt Microsoft 7,5 Mrd. US-Dollar (6,34 Mrd. Euro) in bar.

Zenimax-Studios

Zenimax mit 2300 Mitarbeitern ist für Spielehits wie „Doom“, „Fallout“ oder „The Elder Scrolls“ verantwortlich. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Washington DC wurde 1999 gegründet und soll unter dem Konzerndach von Microsoft in seiner gewohnten Struktur und mit seinem bisherigen Führungsteam fortbestehen. Die Übernahme muss noch von den zuständigen Aufsichtsbehörden genehmigt werden. Microsoft rechnet damit, sie in der zweiten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres abzuschließen. Die Transaktion dürfte den Betriebsgewinn lediglich „minimal“ beeinträchtigen, so der Konzern. Anleger nahmen die News verhalten auf, die Aktie reagierte kaum.

Exklusivtitel für die Xbox?

Was die Übernahme nun für die Spielebranche bedeutet, steht in den Sternen. Microsoft veröffentlich am 10. November seine Next-Gen-Konsole Xbox Series X. Aufgrund des milliardenschweren Deals wird nun befürchtet, dass die bei Zenimax entwickelten Spiele nun exklusiv für Microsofts Konsole (sowie PC) erscheinen könnten. Phil Spencer, Chef der Spiele-Abteilung bei Microsoft gibt – zumindest aktuell noch – Entwarnung und versicherte, dass bislang abgeschlossene Geschäfte zwischen Zenimax und Sony – aber auch Nintendo – nicht von der Übernahme betroffen sind. Wie das Unternehmen das Ganze aber in Zukunft handhaben wird, ließ Spencer noch offen: Man werde dies von „Fall zu Fall“ entscheiden. Erscheinen „Doom“ und „The Elder Scrolls“ somit nur auf der Xbox? Diese Sorge ist nicht unberechtigt – bleibt zu hoffen, dass Microsoft im Sinne aller Spieler handelt.

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