So wird der Musik-Herbst

Für sie dürfen schon mal Chart-Plätze reserviert werden: Adele, Ed Sheeran und Taylor Swift. Fotos: AP

Für sie dürfen schon mal Chart-Plätze reserviert
werden: Adele, Ed Sheeran und Taylor Swift. Fotos: AP

Für Musikfans bringt der Herbst nicht nur bunte Blätter, sondern auch bunte Platten. WANN & WO stellt aktuelle Releases vor.

Adele, „30“, 19. November: Sechs Jahre ist es her, dass die Soul- und Pop-Größe musikalisch von sich hören ließ – und umso stärker überschlugen sich die Nachrichtenportale, als Anfang Oktober Projektionen und Plakate an Monumenten auf der ganzen Welt ihr neues Album „30“ ankündigten. Einen Vorgeschmack lieferte sie kürzlich mit der Single „Easy On Me“.

Taylor Swift, „Red“,
12. November: Zugegeben: Neue Musik ist von Taylor Swift heuer wohl nicht zu erwarten. Wohl aber ein starkes Signal im harten Musik-Business: Hintergrund der Neuauflage ihres bereits 2012 erschienen Hit-Albums „Red“ ist nämlich ein großer, juristischer Streit mit ihrem früheren Label Big Machine. Das besitzt die Rechte am Original-Album und hatte den Back-Katalog der Sängerin an die Finanzfirma Shamrock Holdings verkauft. Aber Taylor kann nicht nur austeilen: Um Kollegin Adele nicht die Show zu stehlen, soll sie den Release der 2021er-Version von „Red“ um eine Woche vorgezogen haben. Girl Power.

Coldplay, „Music Of The Spheres“, 15. Oktober: Die Briten gehen auch mit ihrer neuen Platte nicht zurück zu ihren Indie-Anfängen der frühen 2000er-Jahre – sondern werden noch … sagen wir mal nett: moderner als zuletzt. „Music Of The Spheres“ klingt noch elektrischer, einige Songs haben Emojis statt Titel und die Band holt sich bei musikalische Unterstützung der K-Pop-Band BTS. Frühere Fans werden das Album eher weniger mögen – aber vielleicht sind die auch gar nicht mehr die Zielgruppe.

Ed Sheeran, „=“,
29. Oktober: Nach seinem neuesten Album fehlt nur noch das „-“, dann hat der Brite alle Rechenoperationen durch: Auf „+“, „ד und „÷“ folgt jetzt „=“ (sprich: equals). Wie immer folgt auf die Veröffentlichung eine große Stadion-Tour. Und wie immer waren die Tickets dafür in Windes-eile ausverkauft. Was der „Bad Habits“-Sänger anfasst, wird eben zu Gold.

Marteria, „5. Dimension“, 15. Oktober: Dass sein neuestes erst das fünfte Album von Marteria ist, verwirrt im ersten Moment: Waren das nicht längst schon mehr? Ist aber auch schwierig, beim ständigen Wechsel zwischen Ego Marteria und Alter Ego Marsimoto die Übersicht zu behalten. Aber eigentlich auch egal, denn „5. Dimension“ ist mal wieder ein solides Deutschrap-Album fernab von Lamborghini-Gepose, Frauenhass-Texten und Diss-Tracks. Und einen Eistee hat der Rostocker auch nicht auf dem Markt. Es gibt noch Hoffnung für deutschen Hip Hop.

Granada, „Unter Umständen“, 8. Oktober: Die Grazer machen auf ihrem dritten Album vieles wie auf ihren vorigen Platten: Gleicher heimischer Dialekt, gleiche vieldeutige Texte, gleicher aktueller Austro-Pop-Sound. Eines aber haben sie anders gemacht. Sie haben in Eigenregie produziert. Und dabei gilt: Mut siegt. Denn das neue Album der Band um Thomas Petritsch ist ebenso eingängig wie seine Vorgänger und erobert sich so zu Recht seinen Platz im Plattenschrank.

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