Rache ist süß

Boy meets Girl: Szene aus „All Too Well“.

Boy meets Girl: Szene aus „All Too Well“.

Taylor Swifts neuer-alter Song „All Too Well“ ist gerade das Musik-Top-Thema in Social Media – und alle kritisieren Jake Gyllenhall. Was dahintersteckt und wieso das Lied so wichtig ist.

Gerade hat Taylor Swift ihr 2012er-Album „Red“ aus Urheberrechtsgründen neu aufgenommen – inklusive des Songs „All Too Well“. Doch während der vor gut zehn Jahren fast unterging, ist er heute das Gesprächsthema im Netz, nicht nur unter den „Swifties“. Worum es geht? Ein Mädchen und ein Junge kommen zusammen, der Junge trennt sich von dem Mädchen und es ertrinkt in Liebeskummer. So weit, so gewöhnlich. Brisant wird die Geschichte aber, wenn man weiß, dass das Mädchen in diesem Fall Taylor Swift ist und der Junge Schauspieler Jake Gyllenhall. Dass der damals ihr erster Freund war. Und dass sie damals erst 20, er aber bereits 29 Jahre alt war.

Phänomen Gaslighting

„All Too Well“, das im Musik-video übrigens mit Sadie Sink aus dem Streaming-Megahit „Stranger Things“ besetzt wurde, erzählt damit nicht nur die Geschichte von Swift und Gyllenhall. Sondern auch von einem Paradebeispiel des Gaslightings – dem unrühmlichen Verhalten eines Beziehungspartners, sein Gegenüber zu manipulieren, herabzusetzen und auszunutzen. Der „Gaslighter“ spielt sich als der Erwachsene auf und behandelt den Anderen wie ein Kind, dem er die Welt erklären muss – die es dann ja doch nicht versteht. Besonders schlimm war es in Swifts Fall, weil die Medien sie damals auch noch als „crazy ex-girlfriend“ hinstellten. „All Too Well“ ist damit nicht nur die Quittung an Gyllenhall, sondern auch an die Medien. Und Weckruf für viele Frauen, die vergangene Beziehungen jetzt in einem neuen völlig Licht sehen, wie hundert-tausende Kommentare auf YouTube, Instagram und TikTok zeigen.

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