„Corona ist für Musiker desaströs“

Musikforscher Peter Tschmuck hat analysiert, was das mit Österreichs Musikkultur macht. W&W sprach mit ihm und verlost 2×2 Tickets für seinen Vortrag im Spielboden.

Wie hat sich die Corona-
Pandemie auf Musikschaffende in Österreich bislang ausgewirkt? Die Auswirkungen der pandemiebedingten Maßnahmen und Lockdowns auf den österreichischen Musikarbeitsmarkt können nur als desaströs bezeichnet werden. Im Untersuchungszeitraum von März 2020 bis März 2021 haben 31 Prozent der Musiker-Innen in Österreich mehr als 10.000 Euro pro Jahr an musikbezogenem Einkommen (vor allem aufgrund abgesagter Konzerte) verloren. Vor allem freischaffende MusikerInnen leiden besonders unter der Pandemie. So sind vier Prozent von ihnen zumindest eine Einkommenskategorie nach unten gerutscht. 24 Prozent sind von den beiden obersten Kategorien (ab 15.000 Euro Einkommen pro Jahr) in eine der beiden untersten Kategorien (unter 4000 Euro pro Jahr) gefallen.

Ist Österreich dabei besonders betroffen? Österreich hat eine sehr gut ausgeprägte Förderinfrastruktur, die in Pandemiezeiten ein wichtiges finanzielles Auffangnetz für Kultur-einrichtungen und KünstlerInnen darstellt. Auch die Coronahilfsmaßnahmen sind engmaschiger als in anderen Ländern, beispielsweise in Deutschland, und dennoch gibt es immer noch Förderlücken. Allerdings stellt das österreichische Musikfördersystem sehr stark auf die Unterstützung des Klassik-Musikbetriebs ab und deshalb leiden besonders Pop-MusikerInnen in der Corona-Krise.

Welche sind die größten Herausforderungen, vor denen die heimische Musikindustrie jetzt steht? Die größte Herausforderung besteht darin, dass das nationale und internationale Musikveranstaltungsbusiness wieder in Schwung kommt. Die Haupteinnahmequelle für die Musiker-
Innen in Österreich sind Konzerte und Tourneen, insbesondere im benachbarten Ausland. Deshalb sind pandemiebedingte Reiserestriktionen und behördliche Auflagen für Konzertveranstalter die größten Hindernisse für die Musikwirtschaft auf dem Weg zurück in eine neue Normalität. Foto: APA, privat

Vortrag „Ohne Geld ka Musi“ am Spielboden

Am Donnerstag, 13. Jänner, ab
19.30 Uhr, hält Peter Tschmuck,
Professor für Kulturbetriebslehre an der Universität für Musik und
darstellende Kunst Wien, einen Vortrag zu den Auswirkungen der COVID-19- Pandemie auf den öster-reichischen Musikarbeitsmarkt am Spielboden Dornbirn.

W&W verlost mit dem Spielboden
2x2 Tickets für die Veranstaltung.
Teilnahme bis 12. Jänner unter
info.wannundwo.at/gewinnspiel mit dem Stichwort „Tschmuck“.

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