Ein Herbst der Wiedersehen

Gustav (o.l.) und Georg (o.r.) sind schon noch bei Tokio Hotel. Allerdings sieht man Tom und Bill Kaulitz mittlerweile öfter mit Heidi Klum. Fotos: AP

Gustav (o.l.) und Georg (o.r.) sind schon noch bei Tokio Hotel. Allerdings sieht man Tom und Bill Kaulitz mittlerweile öfter mit Heidi Klum. Fotos: AP

Es kommt alles irgendwann einmal wieder, das wusste schon Oma. Das gilt in diesem Herbst auch für die Musik. WANN & WO gibt einen Überblick über die anstehenden Platten.

Vor fünf Jahren haben sich die Sportfreunde Stiller in eine Pause verabschiedet. Zukunft ungewiss. Schließlich bedeutet das Wort Pause oft genug nichts Gutes – bei Bands genauso wie bei Beziehungen. Nicht so bei den Sportis: Sie haben sich in diesem Jahr mit fulminanten Live-Konzerten (Poolbar, we’re looking at you) zurückgemeldet. Zunächst ohne Vorabsingle mit Konzerten den Spannungs-
bogen für die neue Platte aufbauen? Funktioniert. „Jeder nur ein X“ erscheint am 16. September.

„Ein Song reicht“ heißt die neue Single von Kraftklub. Weil ein Song aber offenbar doch nicht reicht, kommt in diesem Herbst auch noch das mittlerweile vierte Studioalbum „Kargo“ der Band hinterher. Und weil eine Platte allein eben auch wieder nicht reicht, startet im November auch noch die neue Tour. Erscheint am 23. September.

Zwei Jahre Pandemie heißt zwei Jahre Zeit, um am neuen Album zu schreiben? Nicht bei den Pixies. Die haben von 2020 bis 2022 in Sachen Musik nämlich nur eines gemacht: nichts. Die Arbeit an „Doggerel“ haben die Bostoner dann erst Anfang dieses Jahres begonnen. Die Vorab-Singles „Vault of Heaven“ und „There’s a Moon On“ klingen schon mal solide nach Pixies, wenn auch etwas sanfter als das zuletzt erschienene Studioalbum „Head Carrier“. Aber das ist ja auch schon wieder sechs Jahre her. Erscheint am
30. September.

Sebastian Madsen lässt die Band weg, fügt dafür seinen Vornamen hinzu und macht so jetzt alleine Musik. Und die klingt im ersten Moment so, dass man sich fragt, ob man versehentlich Von Wegen Lisbeth auf den Platten-teller gelegt hat. Aber nur im ersten Moment. Und wäre ja auch eh nicht schlimm. Denn die Singles „Immer nur am Handy“ und „… Sei nur Du selbst“ (Achtung, spannende Mischung: mit Drangsal!) machen neugierig auf das Komplettwerk „Ein bisschen Seele“. Erscheint am 30. September.

Was macht man, wenn einen früher praktisch ganz Teenie-Europa hören wollte, diese Zielgruppe heute aber die CDs und Bravo-Poster aus der Zeit verschämt ganz hinten im Keller (des Eigenheims, denn die Fans sind mittlerweile schließlich meist Ü30) versteckt? Heidi Klum heiraten und im eigenen Podcast vermeintliche Skandale ausplaudern ist allenfalls ein Weg, um in der „Yellow Press“ zu bleiben, nicht aber im Musikbusiness. Die letzten Platten von Tokio Hotel konnten jedenfalls an alte Erfolge nicht anknüpfen. Also? Richtig, back to the roots! Genauer heißt das „2001“, so der Titel der Platte, deren Cover schmerzhafte Erinnerungen an Typografie und Design aus ebendieser Zeit weckt und die auch gleich mit dem Song „Durch den Monsun 2.0“ beginnt. Das Video zur Vorab-Single „When We Were Younger“ ist entsprechend großteils aus Szenen aus der Bravo-Poster-Zeit zusammengeschnitten. (Erinnert das Video eigentlich noch jemanden neben der Autorin an „Never Forget“ von Take That?) Ob das wohl zum Erfolg reicht … Erscheint am 18. November.

Fotos: Vertigo, Infectious, Isbessa Musik, Epic

<p class="caption">„Jeder nur ein X“ von Sportfreunde Stiller.</p>

„Jeder nur ein X“ von Sportfreunde Stiller.

<p class="caption">„Kargo“ von Kraftklub.</p>

„Kargo“ von Kraftklub.

<p class="caption">„Doggerel“ von Pixies.</p>

„Doggerel“ von Pixies.

<p class="caption">„Ein bisschen Seele“ von Tokio Hotel.</p>

„Ein bisschen Seele“ von Tokio Hotel.

<p class="caption">„2001“ von Sebastian Madsen.</p>

„2001“ von Sebastian Madsen.