Ein Tag mit Porsche-Champ Sebastian Daum

An der Spitze angekommen: Sebastian Daum holte vergangenes Wochenende seinen ersten Titel im Motorsport. Fotos: CarTech Motorsport, Gruppe C, Stefan Dünisch, HK/W&W

An der Spitze angekommen: Sebastian Daum holte vergangenes Wochenende seinen ersten Titel im Motorsport. Fotos: CarTech Motorsport, Gruppe C, Stefan Dünisch, HK/W&W

Am vergangenen Wochenende holte sich Sebastian Daum (19) aus Dornbirn den Titel im Porsche Super Sports Cup Deutschland. WANN & WO begleitete das junge Motorsport­talent am Rennwochenende in Hockenheim.

Die Vorfreude ist riesig, als ich am Freitagmorgen in mein Auto steige und Richtung Hockenheim aufbreche. Der Hockenheimring ist sowas wie meine zweite Heimat, besuchte ich dort schon zahlreiche Formel 1-Rennen und durfte auch selbst schon mit einem Formel 4-Boliden um die Strecke rasen. An diesem Tag allerdings erwartet mich ein ganz besonderes Highlight: Ich verbringe den Tag mit dem Meisterschaftsführenden (und späteren Champion des Porsche Super Sports Cup Deutschland) Sebastian Daum. Die Fahrt nach Hockenheim wird – für Deutschland typisch – von Staus und Baustellen beherrscht. Doch die Sonne scheint vom tiefblauen wolkenlosen Himmel und je näher ich meinem Ziel komme, desto weniger kümmert mich der Verkehr.

Mit Vollgas über den Ring

Als ich am Kurs in der legendären Motorsportstadt Hockenheim ankomme, höre ich jenseits der Tribünen bereits das Dröhnen der Boliden auf der Strecke. Ich werde von Sebastians Vater Jürgen in Empfang genommen, der mich durchs Fahrerlager führt und mir die Boxencrew vorstellt. Dann rollt auch schon der weiße Porsche 991 GT3 Cup durch die Pitlane und bleibt vor der Box stehen. Sebastian schält sich aus seinem Sitz und befreit sich von seinem Helm. „Schön, dass du da bist“, begrüßt mich der 19-jährige Rennfahrer mit einem Lächeln. Sofort kommen wir ins Gespräch. Er erzählt von seinen Anfängen im Motorsport und seiner Familie. Wir sprechen über sein Auto, das Team und die Meisterschaft, die er an diesem Freitag bereits um 17 Punkte anführt. „Das Ziel für die Saison war Rang fünf, nun führe ich die Tabelle an“, erzählt der sympathische Rennpilot während im Hintergrund die Schlagschrauber hämmern und die Motoren seiner Konkurrenten auf dem Ring die Szenerie orchestrieren. Am Mittag verstummen die Motoren allmählich, die Piloten ziehen sich zurück, essen, checken ihre Daten, besprechen das Setup. Kurz vor 14 Uhr folgt mein persönliches Highlight des Tages: Sebastian nimmt mich in seinem Porsche mit auf eine Renntaxifahrt rund um den Ring. Mit Vollgas geht es aus der Boxengasse auf die Strecke. Sebastian räubert über die Kerbs, bremst hart, es schüttelt mich durch und wirft mich in die Gurte. Nach drei Runden ist der Spaß leider schon wieder vorbei. Was für ein Erlebnis! Als die Sonne schon tief über dem Horizont steht, verabschiede ich mich wieder in den Stau Richtung Bodensee. Diesen Tag werde ich aber sicherlich nie mehr vergessen.

Meisterlicher Abschluss

Auch Sebastian wird dieses Wochenende noch lange Zeit in Erinnerung bleiben: Am Sonntag holte sich das Dornbirner Motorsporttalent den Titel im Porsche Super Sports Cup Deutschland. 2019 geht Sebastian nun im Porsche Carrera Cup an den Start. „Der Druck am Wochenende war riesig. Aber ich behielt einen kühlen Kopf – der Schlüssel zum Titel. Ich bin unglaublich happy!“

<p class="caption">Selfie mit dem Champion: Sebastian Daum und WANN & WO-Redakteur Harald Küng. </p>

Selfie mit dem Champion: Sebastian Daum und WANN & WO-Redakteur Harald Küng. 

<p class="caption">Große Freude beim jungen Meister. </p>

Große Freude beim jungen Meister. 

<p class="caption">Die Champagnerdusche zum Titelgewinn gehört einfach dazu. </p>

Die Champagnerdusche zum Titelgewinn gehört einfach dazu. 

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