Italien ist zurück „unter den Großen des Fußballs“

Die Squadra Azzurra freut sich nach der „magischen Macht“ auf den Halbfinal-Gipfel mit Spanien.

Tief in der Nacht sangen die euphorisierten Halbfinalisten voller Inbrunst ihren Teamsong „Un‘estate italiana“. Das imposante 2:1 (2:1) im Viertelfinalduell zweier Top-Favoriten bestärkte den Glauben der Italiener an die eigene Stärke und den ersten Titel seit anderthalb Jahrzehnten weiter. 32 Spiele ohne Niederlage, fünf Siege in fünf Partien der Europameisterschaft und jetzt die mit Bravour abgelegte EM-Reifeprüfung gegen Belgiens Goldene Generation – wer soll diese Azzurri schlagen? „Wir haben noch nichts erreicht, wir müssen noch mehr leisten. Wir können Großartiges erreichen“, sagte Lorenzo Insigne. Mit seinem Traumtor in bester Arjen-Robben-Manier sorgte der Stürmer vom SSC Neapel für eines der offensiven Highlights in der Münchner Arena, die damit ihr letztes Spiel des Turniers erlebt hat. Vor der Einstimmung auf den Halbfinal-Gipfel am Dienstag gegen Spanien in der Londoner Fußball-Kultstätte Wembley ließ Trainer Roberto Mancini seine Stars gestern durchschnaufen. Erstmal genießen, lautete der Auftrag des hochgeschätzten Spieler-Verstehers.

Die Gazetten sind in Ekstase

„Italien, du bist großartig, großartig, großartig“, frohlockte die „Gazzetta dello Sport“ und stellte drei Jahre nach der verpassten WM in Russ-land stolz fest: „Wir sind wieder unter den Großen den Fußballs.“ Wie groß, das wird auch vom Halbfinale im EM-Dauerbrenner mit den Spaniern abhängen. Bei der EM 2016 in Frankreich siegten zwar die Italiener im Achtelfinale. Doch die Lehrstunde aus dem EM-Finale 2012, als La Furia Roja den Süd-europa-Rivalen mit 4:0 demütigte, wirkt immer noch nach.

Titel-Traum

„Der Titel ist keine Fata Morgana mehr. La Roja zittert: Jetzt kommt Italien“, schürte der „Corriere dello Sport“ weitere Euphorie. „Wir werden das genießen, entspannen und dann wird ein weiteres schweres Spiel folgen“, sagte Mancini. Der frühere Weltklassestürmer war „stolz“ auf sein Team, das taktisch sehr reif agiert hatte.

Spinazzola mit
Achillessehnenriss

Tränen mischten sich wegen der schweren Verletzung des italienischen Verteidigers Leonardo Spinazzola in den Freudentaumel. Ihm droht nach einem vom Verband vermuteten Achillessehnenriss eine lange Pause. Der Defensivspieler von AS Rom reiste vom Team in die Heimat ab. Auf der Rückreise feierten die Kollegen ihn mit Sprechchören besonders.

EM-HALBFINALE

Dienstag, 6. Juli, London:

Italien – Spanien  21 Uhr

Mittwoch, 7. Juli, London:

UKR/ENG – CZE/DEN  21 Uhr

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