„Bereit für den Kampf“

Vor dem heutigen Showdown im Londoner Wembley-Stadion (21 Uhr/live ORF 1) ­zwischen England und Italien um Europas Fußball-Krone sind beide Finalisten hochmotiviert.

Für Ruhm und Ehre schwört Gareth Southgate seine „Gladiatoren“ um Harry Kane auf den ultimativen Kampf vor 60.000 Stadionbesuchern ein. „Man ist im Kolosseum und es heißt: Daumen hoch oder Daumen runter“, so Englands Nationaltrainer: „Das ist nicht immer eine kuschelig warme Atmosphäre.“ Gegen einen Endgegner wie Italien ohnehin nicht. Der letzte Titel für England in einem Großbewerb liegt bereits 55 Jahre zurück, auf die Three Lions wartet die „größtmögliche Herausforderung“, so Southgate vor dem Spiel.

„Episches Finale“

Die Italiener sind mit einem erfrischenden Offensivfußball durchs Turnier gestürmt und haben im Halbfinale gegen Spanien auch ihren Catenaccio erfolgreich wiederentdeckt. „Es wird ein episches Finale“, sagte Mittelfeldspieler Marco Verratti euphorisch: „Es ist der Traum eines jeden Kindes, das Fußball spielt.“ Auch die Squadra Azzurra will eine Sehnsucht stillen und den zweiten EM-Titel nach 1968 holen. Moralische Unterstützung erhält das Team vom verletzten Leonardo Spinazzola (Achillessehnenriss), der auf der Tribüne „mit meinen Krücken anfeuern“ wolle. Und nicht nur das: „Wenn Italien gewinnt, werde ich herumhüpfen und mit allen feiern.“

Ausnahmezustand

Die Engländer bereiten sich schon auf die Titel-Party nach dem Schluss­pfiff vor. Die Pubs dürfen bis 23.15 Uhr Ortszeit öffnen und viele Schulen erlauben den Kindern, später zum Unterricht zu erscheinen. Zudem wird bereits spekuliert, dass Southgate im Falle eines EM-Triumphs zum Ritter geschlagen und künftig mit „Sir“ angesprochen wird. Auch in Italien dürfte bei einem Sieg der Ausnahmezustand ausbrechen – doch das bereitet dort eher Sorge. Aufgrund der Coronasituation wurden in Rom größere Versammlungen und Umzüge verboten.  HK

<p class="caption">Bei den Fans gehen die Titel-Erwartungen naturgemäß auseinander. Fotos: AP, AFP</p>

Bei den Fans gehen die Titel-Erwartungen naturgemäß auseinander. Fotos: AP, AFP

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