US-Boy düpiert Topfavoriten – Striedinger rast aufs Podest

➊ Der Kalifornier Bryce Bennett bei seinem  Ritt auf der Saslong.➋ Der 29-jährige US-Amerikaner feierte den   größten Erfolg seiner Karriere.➌ Otmar Striedinger fährt im Abfahrts- klassiker in Gröden auf Platz zwei. Fotos: AP, GEPA

 Der Kalifornier Bryce Bennett bei seinem
 Ritt auf der Saslong.

 Der 29-jährige US-Amerikaner feierte den   größten Erfolg seiner Karriere.

 Otmar Striedinger fährt im Abfahrts-
 klassiker in Gröden auf Platz zwei. Fotos: AP, GEPA

Der Abfahrtsklassiker von Gröden hat mit Überraschungssieger Bryce Bennett (29) geendet. Der Zwei-Meter-Mann aus den USA feierte auf der Saslong gestern seinen ersten Weltcup-Sieg vor dem Kärntner Otmar Striedinger und Niels Hintermann aus der Schweiz.

Österreichs Top-Asse Vincent Kriechmayr (14.) und Matthias Mayer (16) fanden neuerlich kein Erfolgsrezept, Topfavorit Aleksander Aamodt Kilde schied mit Zwischenbestzeit aus.

Bennetts großer Wurf

Bennett schaffte nach zwei vierten Plätzen in Gröden (2018, 2020) den großen Wurf. „Es erinnert mich hier an das, was ich beim Skifahren liebe. Die Sprünge, die Wellen, ich genieße das einfach.“

Striedinger und „Saslong“ werden Freunde

Striedinger hatte schon als Zweiter im Abschlusstraining aufgezeigt. „Ich habe mein Material im zweiten Training gefunden, auch die 14 Hundertstel würde ich finden, aber alles in allem bin ich froh, dass ich meinen Speed ins Ziel gebracht habe.“ Besser als 24. war er in der Abfahrt im Grödnertal noch nicht gewesen. „Langsam kann ich mich mit der Saslong anfreunden. Ich habe mir das Leben hier immer wieder selbst schwer gemacht.“ Im Super-G war Striedinger noch der Kaderselektion zum Opfer gefallen. Er habe schon einen „ziemlichen Grant“ gehabt, betonte er. „Ich bin heute mit einer Wut an den Start gegangen.“ Für den Weihnachtsfrieden ist nun alles angerichtet. „So ein schönes Weihnachtsgeschenk habe ich mir selbst noch nie gemacht.“ Die Startnummer 1, die in Gröden aufgrund der Sonneneinstrahlung an sich unbeliebt ist, wollte der Kärntner nicht als Nachteil sehen. „Mir taugt’s mit der Nummer 1, da habe ich es gleich hinter mir.“ Der 30-Jährige fuhr zum fünften Mal auf ein Weltcup-Podest, der Sieg ist ihm bisher noch verwehrt. Max Franz bleibt der letzte Gröden-Abfahrtssieger aus Österreich (2016). Mayer verpasste in seinem 200. Weltcup-Rennen den achten Podestplatz in Weltcup-Abfahrten in Folge und damit einen speziellen Eintrag in die Geschichtsbücher. Dieses Kunststück ist weiterhin Franz Klammer (10) und Stephan Eberharter (8) vorbehalten. Mayer verpasste es auch, seine Führung in der Abfahrtswertung deutlich auszubauen. Er liegt nun 30 Punkte vor Beat Feuz und 66 vor Aamodt Kilde.

Abfahrt Gröden

Weltcup-Abfahrt/Männer von gestern

1. Bryce Bennett (USA) 2:02,42

2. Otmar Striedinger (AUT) +0,14

3. Niels Hintermann (SUI) +0,32

4. Dominik Paris (ITA) +0,40

5. Beat Feuz (SUI) +0,47

6. Johan Clarey (FRA) +0,48

7. Mattia Casse (ITA)  +0,61

8. Simon Jocher (GER) +0,74

9. Josef Ferstl (GER) +0,75

10. Max Franz (AUT) +0,79

Weitere Österreicher:

14. Vincent Kriechmayr (AUT)  +1,00

16. Matthias Mayer (AUT) +1,15

21. Daniel Hemetsberger (AUT) +1,52

31. Daniel Danklmaier (AUT) +1,79

38. Christian Walder (AUT) +2,32

46. Stefan Babinsky (AUT) +2,83

Heute/Alta Badia:
1. Riesentorlauf  10 Uhr/13.30 Uhr (ORF 1)

Morgen/Alta Badia:
2. Riesentorlauf  10 Uhr/13.30 Uhr (ORF 1)

Wann & Wo | template