Abschied mit Stil und vielen Emotionen

„Würde alles wieder so machen“ – Gänsehaut-Momente bei „King Rogers“-Abschied. Foto: AFP

„Würde alles wieder so machen“ – Gänsehaut-Momente bei „King Rogers“-Abschied. Foto: AFP

Mit Tränen in den Augen verabschiedete sich Roger Federer in London vom Tennissport.

Nach mehr als 100 Turniersiegen und insgesamt 20 Grand-Slam-Titeln beendete der Schweizer Maestro seine beeindruckende Laufbahn. „Es hat sich wie eine Feier angefühlt und das war genau das, was ich wollte“, sagte Federer im anschließenden Interview auf dem Platz. Immer wieder musste er das Gespräch mit dem amerikanischen Ex-Profi Jim Courier unterbrechen, weil er weinen musste. „Es war eine perfekte Reise. Ich würde es genauso noch einmal machen“, sagte die langjährige Nummer eins der Welt. „Ich bin glücklich, nicht traurig.“

Lange Zeit schlug sich Federer im Rampenlicht tapfer. Doch als er auf seine Frau Mirka und seine vier Kinder angesprochen wurde, war es um den 41 Jahre alten Schweizer endgültig geschehen. Federer weinte bitterlich und konnte erst einmal nicht reden. Dann sagte er mit stockender Stimme zu seiner Frau. „Ohne dich wäre ich nie so weit gekommen. Du hast es mir erlaubt, immer weiter zu machen.“ Es folgte eine lange und innige Umarmung mit Mirka, Federers Töchter hatten Tränen in den Augen. Mehr Gefühle als in diesen Momenten waren nicht möglich.

Niederlage zum Abschluss

Dass ihm ein Sieg in seinem letzten offiziellen Match verwehrt blieb, hakte Federer schnell ab. „Ich werde mich an die Blicke in die Gesichter all der Menschen und an ihre Emotionen erinnern“, sagte Federer, „nicht an das Spiel, das irgendwie komisch war“. An der Seite von Nadal hatte sich Federer dem US-Duo Jack Sock und Frances Tiafoe im Match Tiebreak 6:4, 6:7 (2:7), 9:11 geschlagen geben müssen und dabei beim Stand von 9:8 im letzten Satz sogar noch einen Matchball vergeben. In der vergangenen Woche hatte Federer angekündigt, seine Karriere nach dem auch von ihm mit ins Leben gerufenen Laver Cup zu beenden. Die langjährige Nummer eins der Welt hatte sich insgesamt drei Mal am Knie operieren lassen müssen. Sein letztes Spiel auf der ATP-Tour hatte er vor über einem Jahr in Wimbledon bestritten.

Beim Laver Cup (Freitag bis heute)spielt ein Europa-Team gegen eine Auswahl mit Spielern aus dem Rest der Welt. Bei seinem letzten Auftritt ließ Federer sein Ausnahmetalent immer mal wieder aufblitzen. Das Duo Federer/Nadal, das zusammen 42 Titel bei Grand-Slam-Turnieren gewonnen hat, begeisterte das aus aller Welt angereiste Publikum. Prominente wie Rod Laver, Alexander Zverev oder auch Bastian Schweinsteiger waren nach London gekommen, um Federer noch einmal spielen zu sehen.