„Wurde schon angeschrien und angespuckt“

Der Einsatz für den guten Zweck heiligt nicht die Mittel. Dzeneta ist für das SOS-Kinderdorf im Einsatz und hat schon viel erlebt. Fotos: MiK, MB, handout
Der Einsatz für den guten Zweck heiligt nicht die Mittel. Dzeneta ist für das SOS-Kinderdorf im Einsatz und hat schon viel erlebt. Fotos: MiK, MB, handout

WANN & WO hat sich im Ländle über Pro und Contra der Fundraising-Arbeit für den guten Zweck umgehört.

Nonprofit-Organisationen (NGOs) sind ständig auf Spenden angewiesen. Dafür sind Fundraiser auf den Straßen unterwegs, um im direkten Gespräch mit Passanten über Anliegen und Tätigkeiten der Organisationen zu informieren – mit dem Ziel, Spenden zu lukrieren. Da die Zahl der Fundraiser auch im Ländle zunimmt, fühlt sich so mancher belästigt. Die Reaktionen gehen von ehrlichem Interesse über rasches Abwimmeln bis hin zu Beschimpfungen oder noch Schlimmerem.

Verschiedene Gründe

Manche haben schlichtweg keine Zeit, andere reagieren prinzipiell nicht, wenn sie auf der Straße von Fundraisern angesprochen werden. „Die sind schon fast schlimmer als die Bettler“, haben wieder andere das Gefühl. Viele sehen die Problematik auch darin, dass kein Bargeld angenommen, sondern meist nach den Kontodaten gefragt wird, um einen Dauerauftrag einzurichten. Gerade diese erleichtern aber die Administration und Planbarkeit der Spendengelder für die NGOs ungemein. „Daueraufträge werden für die bessere Kalkulierbarkeit der Spendeneingänge gemacht und können jederzeit und ohne Einhaltung einer Frist gekündigt werden “, erklärt Roland Gozzi, Geschäftsführer Rotes Kreuz Vorarlberg. „Unsere Mitarbeiter dürfen grundsätzlich kein Bargeld annehmen. So wollen wir verhindern, dass Trittbrettfahrer sich an den Haustüren für Mitarbeiter des Roten Kreuzes ausgeben.“

Bezahlung nach Erfolg?

Störend wird es, wenn die Fundraiser ein „Nein!“ nicht als Antwort akzeptieren und sich minutenlang nicht abwimmeln lassen. Vor allem, wenn diese über ein Prämiensystem entlohnt werden. Meist werden solche Systeme angewendet, um die Kosten erfolgsabhängig zu machen, wenn Organisationen die Spendenakquise an andere Unternehmen auslagern. W&W hat sich am Marktplatz Dornbirn bei Fundraisern und Passanten umgehört.

Der Einsatz für den guten Zweck heiligt nicht die Mittel. Dzeneta ist für das SOS-Kinderdorf im Einsatz und hat schon viel erlebt. Fotos: MiK, MB, handout
Der Einsatz für den guten Zweck heiligt nicht die Mittel. Dzeneta ist für das SOS-Kinderdorf im Einsatz und hat schon viel erlebt. Fotos: MiK, MB, handout
<p class="caption">Harry Maguire jubelt über sein Tor zum 1:0 in der 30. Minute. Foto: AP</p>

Harry Maguire jubelt über sein Tor zum 1:0 in der 30. Minute. Foto: AP

Der Einsatz für den guten Zweck heiligt nicht die Mittel. Dzeneta ist für das SOS-Kinderdorf im Einsatz und hat schon viel erlebt. Fotos: MiK, MB, handout
Der Einsatz für den guten Zweck heiligt nicht die Mittel. Dzeneta ist für das SOS-Kinderdorf im Einsatz und hat schon viel erlebt. Fotos: MiK, MB, handout
Der Einsatz für den guten Zweck heiligt nicht die Mittel. Dzeneta ist für das SOS-Kinderdorf im Einsatz und hat schon viel erlebt. Fotos: MiK, MB, handout
Der Einsatz für den guten Zweck heiligt nicht die Mittel. Dzeneta ist für das SOS-Kinderdorf im Einsatz und hat schon viel erlebt. Fotos: MiK, MB, handout
Der Einsatz für den guten Zweck heiligt nicht die Mittel. Dzeneta ist für das SOS-Kinderdorf im Einsatz und hat schon viel erlebt. Fotos: MiK, MB, handout
Der Einsatz für den guten Zweck heiligt nicht die Mittel. Dzeneta ist für das SOS-Kinderdorf im Einsatz und hat schon viel erlebt. Fotos: MiK, MB, handout
Der Einsatz für den guten Zweck heiligt nicht die Mittel. Dzeneta ist für das SOS-Kinderdorf im Einsatz und hat schon viel erlebt. Fotos: MiK, MB, handout
Der Einsatz für den guten Zweck heiligt nicht die Mittel. Dzeneta ist für das SOS-Kinderdorf im Einsatz und hat schon viel erlebt. Fotos: MiK, MB, handout
Der Einsatz für den guten Zweck heiligt nicht die Mittel. Dzeneta ist für das SOS-Kinderdorf im Einsatz und hat schon viel erlebt. Fotos: MiK, MB, handout
Der Einsatz für den guten Zweck heiligt nicht die Mittel. Dzeneta ist für das SOS-Kinderdorf im Einsatz und hat schon viel erlebt. Fotos: MiK, MB, handout
<p class="caption">Harry Maguire jubelt über sein Tor zum 1:0 in der 30. Minute. Foto: AP</p>

Harry Maguire jubelt über sein Tor zum 1:0 in der 30. Minute. Foto: AP

5 STATEMENTS ZUM THEMA FUNDRAISING

Julian, 17, Fundraiser: „Es ist ein toller Job, bei dem man viel lernen kann. Wir wollen niemanden zu etwas zwingen, sondern informieren. Wenn sich dann jemand entscheidet, zu spenden, ist das natürlich ideal.“

Lukas, 22, Fundraiser: „Man merkt schon, dass die Leute mitunter genervt sind. Dann halte ich mich zurück. Manche sind aber extrem ablehnend – ich wurde schon öfters angeschrien und auch schon mal angespuckt.“

Dzeneta, 19, Fundraiserin: „Wenn in der Stadt nicht so viele Bettler wären, würden die Leute vielleicht anders auf uns reagieren. Viele setzen uns mit ihnen gleich und stempeln uns schon ab, wenn sie uns auf sich zukommen sehen.“

Felix, 68, Wolfurt: „Früher hat man Sammlern etwas Geld in die Hand gesteckt. Das wollen sie nicht mehr, sondern einen Dauerauftrag. Manche lassen sich kaum abwimmeln, sodass es schon fast einer Vergewaltigung gleicht.“

Ivan, 38, Widnau: „Die Leute sind, glaube ich, enttäuscht, weil sie nicht nachvollziehen können, ob und wo ihr Geld ankommt. Wenn mich jemand auf der Straße anspricht, höre ich mir aber schon an, worum es geht.“

30%

DES SPENDENAUFKOMMENS WERDEN ÜBER FUNDRAISING LUKRIERT

600

MILLIONEN EURO
WURDEN 2015 IN
ÖSTERREICH GESPENDET

105

EURO SPENDEN DIE
VORARLBERGER PRO JAHR UND PERSON

1500

EHRENAMTLICHE SIND FÜR DAS ROTE KREUZ IM LÄNDLE IM EINSATZ

80%

DER SPENDEN SAMMELT AMNESTY AUF DER STRASSE

23

IST ÖSTERREICHS RANG BEIM INTERNATIONALEN WORLD GIVING INDEX

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