FRAGEN AN PETER MALDONER, SEXUALPÄDAGOGE

TRIFFT DIE STUDIE AUS DEN USA AUF VORARLBERG ZU?

1„Generell bin ich der Meinung, dass solche Zahlen mit Vorsicht zu genießen sind. Zu Vorarlberg gibt es meines Wissens keine derartigen Erhebungen. Durch sie bekommen Jugendliche aber oft starken Druck, Sex zu haben, weil sie ja nicht die Letzten sein wollen. Dabei bekommt man vielleicht einen kurzen körperlichen Kick, wenn man es mal ausprobiert. Das Erlebnis ist aber meist weit weg von dem, was es sein könnte.“

was hat sich bei der sexualität geändert?

2 „Ihr Stellenwert ist nicht geringer geworden, als früher. Im Gegenteil, junge Menschen gehen viel bewusster damit um. Die Jungfräulichkeit wird heute z.B. auch außerhalb des religiösen Kontexts als etwas Wertvolles gesehen. Durch einen offeneren Umgang werden außerdem auch negative Erfahrungen weitererzählt. Viele haben zudem einfach erkannt: Weniger ist oft mehr!“


Welche rolle spielen internet und smartphone?

3„Hier ist besonders das Thema Pornografie ein interessanter Faktor, weil sie viel einfacher zugänglich ist, als noch für die Vorgängergeneration. Jugendliche bekommen dadurch oft ein falsches Bild davon, wie es ist, Sex zu haben. Die Erwartungshaltung ist gigantisch – das darf sie auch sein, denn Sex ist etwas Riesiges. Aber wenn sie Praktiken ausprobieren, die sie online gesehen haben, sind sie oft enttäuscht oder gar frustriert. Es gibt natürlich auch wahre Dinge in Pornos, aber meist wird einem hier etwas vorgegaukelt.“

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