„Offener und freizügiger“

„Die meisten Vorarlberger in den 20ern haben ein erfülltes Sexleben.“ Fotos: shutterstock, handout/privat
„Die meisten Vorarlberger in den 20ern haben ein erfülltes Sexleben.“ Fotos: shutterstock, handout/privat

Laut US-Studie hat die Generation Y weniger Sex als jene davor. W&W sprach mit Millennials und Experten im Ländle.

Die Generation Y – die zwischen 1980 und 1999 Geborenen – hat deutlich weniger Interesse an Sex, als ihre Vorgängergeneration. Das sagt eine aktuelle Studie aus San Diego, für die 26.700 Menschen aus zwei Generationen nach ihren Sexualverhalten gefragt wurden.

„Erfülltes Sexleben“

Besonders signifikant ist der Unterschied zwischen GenY und GenX (geboren 1960 bis 1980) bei der Frage nach Sexpartnern in jungen Jahren: Demnach geben 15 Prozent der 20- bis 24-jährigen Millennials an, seit ihrem 18. Geburtstag keinen Sex gehabt zu haben – bei den Älteren sagen das nur rund sechs Prozent. „Diese Studie scheint für Vorarlberg nicht zu stimmen“, vermutet Marc (22) aus Feldkirch. „Ich habe eher das Gefühl, bei uns sind viele der so genannten Generation Y offener und freizügiger was Sex anbelangt, als ältere Generationen. Ich bin da auch keine Ausnahme.“ Derselben Ansicht ist auch Melanie (28) aus Hohenems: „Keiner, den ich kenne, hatte seit er 18 war keinen Sex mehr. In Vorarl­berg herrscht nicht gerade ,Freie Liebe‘ wie zur Hippiezeit, aber ich denke die meisten Vorarlberger in den 20-ern haben einen Partner und ein erfülltes Sexleben.“

„In Vorarlberg anders“

„In meinem Freundeskreis sind wechselnde Partner in kurzer Zeit keine Seltenheit, Orgien feiern wir deshalb aber keine“, erklärt Stefanie (25) aus Götzis und fügt hinzu: „Viele, die ich kenne, brauchen One Night Stands um Druck abzubauen und sich zu entspannen, besonders Männer.“ Auch Josua (27) aus Wolfurt widerspricht der US-Studie, sieht die Thematik aber etwas anders: „Meiner Meinung nach hat die Generation Y sehr viel Sex! Zu viel, für meinen Geschmack“, so der 27-Jährige. „Ich hebe mich lieber für die Richtige auf. Hier in Vorarlberg würde eine solche Studie leider ganz anders ausfallen.“

Diverse Einflüsse

Keinen Sex zu haben, heißt aber nicht, dass man sich nicht dafür interessiert. Viele Faktoren können eine Rolle spielen, räumt auch die US-Studie ein: Wohnen bei den Eltern, erhöhtes Gesundheitsbewusstsein, Sicherheitsbedenken, sinkender Alkoholkonsum und auch das Internet mit Sozialen Medien sowie dem einfachen Zugang zu Pornografie. Beachtet werden muss außerdem auch noch der kulturelle Unterschied: So verrucht, wie die Amerikaner denken, sind wir Europäer aber auch nicht.

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