Seit Kindesbeinen auf der Alpe

Tobias (r.) beim alljährlichen Alpabtrieb mit einem Freund. Foto: handout/privat

Tobias (r.) beim alljährlichen Alpabtrieb mit einem Freund. Foto: handout/privat

Derzeit findet im Ländle der Alpabtrieb statt – W&W traf Tobias Meusburger (14) aus Bezau, der jedes Jahr mit dabei ist.

Wenn der Sommer in Vorarlberg zu Ende geht, heißt es für die Kühe, dass sie von ihrer Sommerfrische von der Hochalpe zurück ins Tal kehren. Dort überwintert das Vieh in den Stallungen der heimischen Bauernhöfe. Seit Anfang September fanden dieses Jahr Almabtriebe in sämtlichen Gebieten Vorarlbergs statt. Mit dabei – und das nicht zum ersten Mal – war auch der 14-jährige Tobias Meusburger aus Bezau.

Von Anfang an mit dabei

Bei den Almabtrieben und im Hofbetrieb ist Tobias schon immer mit dabei. „Seit ich mich erinnern kann, verbringe ich den Sommer auf der Alpe, zehn Jahre davon waren wir mit unseren 21 Kühen auf der Alpe Seefluh. Dort helfe ich mit, wo ich kann.“ Unten im Tal muss man sich parallel dazu um Hühner, zwei Pferde und eine Ziege auf dem Hof kümmern. An den Almabtrieben gefällt dem 14-Jährigen besonders, dass sie mit Feierlichkeiten verbunden sind: „Das ganze Dorf ist dabei.“ Wenn der Schüler nicht gerade im Stall ist, fertigt er gerne Holzwerkstücke an. Auch das Bogenschießen hat es dem Jungbauern als Ausgleich angetan.

Wichtiger Nachwuchs

Dass dies keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt ein Blick auf eine diesjährige Umfrage unter Mitgliedern der Landwirtschaftskammer: Von den aktuell 3800 Bauernhofbetrieben im Ländle könnten bis zum Jahr 2025 weitere 300 schließen. Österreichweit hat seit dem EU-Beitritt rund ein Drittel der Betriebe zugesperrt. Umso bedeutsamer ist der Nachwuchs in dem landwirtschaftlichen Gewerbe. Tobias, der schon seit Kindesbeinen im elterlichen Bauernhof in Bezau mithilft, möchte selbst Bauer werden. Seit vergangenem Montag besucht er das Bäuerliche Schul- und Bildungszentrum in Hohenems, einer Fachhochschule, welche sich auf den land- und forstwirtschaftlichen Bereich spezialisiert hat. Den landwirtschaftlichen Zweig der Schule besucht auch Tobias, dem besonders das vielfältige Angebot gefällt: „Hier habe ich die Möglichkeit praktische Erfahrung zu sammeln. Man hat beispielsweise Pflanzenkunde, wo der Lehrer den Stoff anhand eines Apfelbaumes erklärt.“ Auch die Holz- und Metallbearbeitung gefallen dem jungen Schüler besonders gut. In der dreijährigen Grundausbildung, die Tobias als Facharbeiter abschließt, kann zudem der Traktorführerschein absolviert werden. Die Schule besuchten schon sein ‚Däta‘ und drei seiner insgesamt vier Geschwister. „Mir gefällt an dieser Schule, dass ich später die Möglichkeit habe, Lehrjahre anrechnen zu lassen, falls ich zum Beispiel noch eine Tischlerlehre machen will“, erklärt der Bezauer, der im Internat der Schule wohnt. Ob er den Bauernhof seiner Eltern einmal übernehmen wird? „Das wird man dann sehen, wenn es soweit ist.“

Zur Person:

Name, Alter: Tobias Meusburger, 14 Jahre

Wohnort: Bezau

Beruf: Schüler der BSBZ Hohenems.

Hobbys: Bogenschießen, Holzschnitzen,

in der Natur unterwegs sein. Foto: handout/privat

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