Fragenan Martin Fellacher, Pädagogisches Institut für Neue Autorität

Trügt das Gefühl, dass es schlimmer wird?

Die aktuelle Kriminalstatistik spricht eigentlich dagegen, aber viele haben ein Gefühl der Unsicherheit. Diagnosen für psychische Krankheiten häufen sich. Das muss aber nicht heißen, dass es auch eine Häufung von psychischen Krankheiten gibt. Ich glaube aber, dass wir heute nicht mehr Zeltfest-Schlägereien haben, als früher. Wenn es aber eskaliert, sind die Ausformungen oft dramatischer, als das früher der Fall war – die „Zündschnur“ ist kürzer geworden.

Wo können die
Gründe dafür liegen?

Unser Zugang zu Information ist viel schneller und unmittelbarer geworden. Wenn etwas passiert, bekommt man sofort die Nachricht auf irgendeinen Bildschirm – auch lückenhafte, die sich später als unwahr herausstellen können. Diese prasseln permanent auf uns ein und die Zuordnung fällt vielen schwer.

Wie können wir dem im Alltag begegnen?

Gemeinsam Verantwortung übernehmen und nicht immer die Schuld bei anderen suchen. Das fängt im Kleinen an, sollte aber auch auf höheren Ebenen, bis zur Gemeinde gelebt werden. Man kann auch mit dem Nachbar reden, statt die Polizei zu rufen. Im PINA (Pädagogisches Institut für Neue Autorität), das 2015 gegründet wurde, haben wir das Projekt „Couragierte Gemeinde – Gemeinsam für ein friedliches Miteinander“ ins Leben gerufen. Dieses soll dazu beitragen, dass insbesondere Jugendprobleme durch sozialen Zusammenhalt und Zivilcourage abgefangen werden.  MB

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