„Ich bin eine Katzenfanatikerin“

Sara sitzt gerne „random“ auf irgendeiner Bank in einer Stadt und macht sich Gedanken über neue Projekte oder Texte. Fotos: MiK

Sara sitzt gerne „random“ auf irgendeiner Bank in einer Stadt und macht sich Gedanken über neue Projekte oder Texte. Fotos: MiK

Sara Bonetti (27) aus Hard ist morgen mit ihrem Spinnerei-Slam in der Kammgarn in Hard. W&W sprach mit ihr über Poetry Slam, Freizeit und Reisen.

„Wenn ich einmal groß bin, werde ich Seite 4 Girl. Ich werde Janine aus Lauterach, 14, die Spaß am Wetter hat. Ich werde beten, dass der Vize-Mister Vorarlberg das sieht, und mir dann den Kontakt klarmacht. Nicht mich soll er klarmachen. Okay mich vielleicht auch, aber nur mit einem Zewa Wisch und Weg. Hin und weg werd ich sein, statt Um und Auf oder Wann und Wo. Weil ich es bin und weil ich bin so wie ich bin.“

Inspiriert von Geschichten

Morgen Donnerstag, ab 20.30 Uhr, findet in der Kammgarn in Hard der Spinnerei-Slam statt. Es ist die Premiere des Formats und für Sara eine Möglichkeit, eine Bühne nach ihren Vorstellungen zu schaffen. Schon mit fünf Jahren hat sich die wortgewandte Harderin das Lesen beigebracht. Die Welt umzugestaltetn inspiriert von den Helden und Geschichten in den Büchern, dass sei schon immer ihr Ding gewesen. Bald schon schrieb die Poetin ihre eigenen Texte: „Ich war in der ersten Klasse, als meine Geschichte vom Flugdrachen in einem Lokalblatt abgedruckt wurde und schon mit sechs hab ich kapiert wie gut es ist, wenn einem zugehört wird, egal wie alt man ist.“

Seit drei Jahren dabei

Sara blieb bei der Kommunikation, studierte Medienwissenschaften in Berlin. Es gab Gründe, die sie nach Vorarlberg zurückholten. Im Zug auf der Rückreise zwischen Berlin und Dornbirn hat sie ihren ersten Slamtext geschrieben. Das ist heute etwa drei Jahre her. Die Unterländerin hat sich ihren Platz in der „Slamily“ erarbeitet, hat hier und da Slams gewonnen und Vorarlberg bei großen Meisterschaften vertreten. Ihre Wochenende verbringt sie regelmäßig in neuen Städten auf fremden Bühnen und dennoch ist ihr die lokale Szene zur wirklichen Herzensangelegenheit geworden. „Es gibt drei Sachen, die die Leute mich immer fragen. Ob ich nervös bin, weshalb ich Katzen lieber mag als Hunde und warum das alles so ist“, erklärt Sara. Sie ist eine außergewöhnliche Frau – ihre Ansichten und Einstellungen ganz speziell. Im Gespräch mit ihr wird schnell klar, dass es tausend Dinge gibt, die man über sie erzählen könnte. Beim Texte schreiben hört die Slamerin beispielsweise am „allerallerallerliebsten“ Eminem.

„Ich bin Katzenfanatikerin“

Sara ist ein positiver Mensch, ihr Humor ist speziell, nicht „körig“ würde sie wohl sagen, und das nicht ohne etwas Stolz. Sie tritt selbstbewusst auf – die 27-Jährige sieht das aber ganz anders. „Ich bin einschüchterbar, viele Menschen auf einmal irritieren mich. Aber Menschen, viele Menschen und viele Menschen auf einmal liegen in der Natur der Sache.“ Saras Lebensziel: Sie möchte am Ende des Tages sinnvoll gewesen sein. „Oh, und zwei Katzen!“

Mehr Inhalt zwischen Zeilen

„Ja, aus den Tausenden Leben, und ich hab mir alle fünf angsehen, möchte ich entweder eine Katze sein, oder dieser Text, der nie gedruckt wird, weil zwischen den Zeilen mehr Inhalt ist, als in meinen Körbchen zur Subiraernte, für Sugedanken, bei Suwetter, scheint mir die Sunne aus dem Arsch, weil ich so glücklich bin, doch zu sein, ein wenig, ein bisschen, ein Fass das überläuft. Wie die Liebe. Ja, die Liebe wohnt auf der Straße, wächst auf Bäumen und kann zum Fenster rausgeworfen werden, weil sie dabei Hui ruft. Liebe, das ist es, was ich eigentlich sagen will auch zu Janine, 14 aus Lauterach, mit der ich übers Wetter rede und darüber, dass ich sie lieb finde.“

WORDRAP



Slam: Es wurde schon alles gesagt, aber nicht von jedem.

Spaß: Poetry Slam!

Vorarlberg: Kleines Paradies, wo man gemeinsam mit Freunden alt wird.

Sprache: Für’n Arsch, oida.

Perfekt: Liegt im Auge des Betrachters.

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